Bildung: Aargau legt Französisch-Unterricht auf Eis
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BildungAargau legt Französisch-Unterricht auf Eis

An den Aargauer Volksschulen wird der Französisch-Unterricht nicht wie geplant ab dem Schuljahr 2010/11 bereits in der fünften Primarschulklasse beginnen. Der Regierungsrat beschloss, die Einführung des Unterrichts auf einen «späteren Zeitpunkt» zu verschieben.

Der Französischunterricht soll nicht im letzten Primarschuljahr beginnen, in dem auch die Weichen für die Oberstufe gestellt werden, wie das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) am Mittwoch einen Bericht der «Aargauer Zeitung» bestätigte.

In einem Schreiben an die Schulleitungen und Schulpflegen begründete Bildungsdirektor Alex Hürzeler (SVP) die Verschiebung damit, dass das Volk im Februar die Bildungsreform der Volksschule abgelehnt habe. Der Französisch-Unterricht beginnt im Aargau derzeit in der sechsten Klasse.

Das Kantonsparlament hatte im Januar der Einführung von Französisch an der Primarschule oppositionslos zugestimmt und die entsprechenden Millionenkredite bewilligt. In rund 400 fünften Primarschulklassen hätte der Französisch-Unterricht mit dem Schuljahr 2010/11 beginnen sollen.

Im Aargau hatte mit dem Schuljahr 2008/09 in allen dritten Primarschulklassen der Englisch-Unterricht begonnen. Das BKS will, dass Englisch ab dem Schuljahr 2010/11 in die Stundentafeln der ersten Klassen der Real-, Sekundar- und Bezirksschulen aufgenommen wird, um die Fortsetzung des Unterrichts zu gewährleisten.

Auslegeordnung nach Volksverdikt

Nach dem Nein des Volkes zur Bildungsreform führt das BKS derzeit mit verschiedenen Interessengruppen Gespräche. Das Ziel sei eine «lösungsorientierte Auslegeordnung zur Weiterentwicklung der Aargauer Volksschule», hält Bildungsdirektor Hürzeler in seinem Schreiben an die Schulleitungen und Schulpflegen fest.

Der Gesamtregierungsrat solle im Herbst über die Auslegeordnung diskutieren. Dabei würden die hängigen kantonalen Volksinitiativen «Schule und Familie» und «für die Stärkung der Schule Aargau» der SVP berücksichtigt.

Auch die Harmonisierung der obligatorischen Schule (HarmoS) werde ein Thema sein. Eine Schulstruktur mit zwei Jahren Kindergarten, sechs Jahren Primarschule und drei Jahren Oberstufe sei «somit längerfristig im Auge zu behalten», hält Hürzeler fest. (sda)

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