Aargau: Schwächelnder Damm wird saniert
Aktualisiert

Aargau: Schwächelnder Damm wird saniert

Der vom Hochwasser stark gefährdete Damm an der Aare in Döttingen AG soll erhöht werden. Die Betreiberin des Kraftwerks Klingnau arbeitet an einem Projekt. Der Kanton Aargau fordert seit Jahren, dass der Damm erneuert wird.

Ein Vorprojekt bestehe und werde beim Kanton zur Prüfung eingereicht werden, sagte Andreas Suter, Geschäftsführer der Aarewerke AG, am Freitag auf Anfrage. Suter sprach von einem «Millionenprojekt». Die Aarewerke sind die Konzessionärin des Laufkraftwerks Klingnau.

Im August 2006 sei mit dem kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) vereinbart worden, eine Studie und ein Vorprojekt auszuarbeiten, sagte Suter. Die Erhöhung des Damms müsse unter schwierigen Verhältnissen erfolgen, weil das Gebiet stark überbaut sei.

Kanton macht seit Jahren Druck

Die Aarewerke hätten «vor ein paar Jahren den Auftrag» erhalten, den Damm zu verstärken, sagte Richard Maurer, Leiter der Abteilung Landschaft und Gewässer im Departement BVU, auf Anfrage. Der Damm aus den 30er Jahren genüge den heutigen Anforderungen nicht mehr.

Die hydrologischen Verhältnisse hätten sich nicht nur bei diesem Damm «grundlegend verändert», sagte Maurer. Um den Hochwasserschutz im unteren Aaretal zu verbessern, liessen die Aarewerke vor zwei Jahren in Klingnau eine Halbbrücke abbrechen.

Das Niederdruck-Laufkraftwerk Klingnau war 1935 in Betrieb genommen worden. Die Betriebsführung liegt seit 2000 bei der Nordostschweizerischen Kraftwerke AG (NOK), die mit knapp 15 Prozent beteiligt ist. Die AEW Energie AG hält 35 Prozent.

Wohngebiet überschwemmt

In der Gemeinde Döttingen war am Donnerstag die Aare über den Damm geflossen und hatte ein Gebiet von rund 12 Aren unter Wasser gesetzt. 50 Personen mussten evakuiert werden. Feuerwehr und Zivilschutz verstärkten den Damm mit Sandsäcken.

Seit dem späten Donnerstagabend fliesse das Wasser nicht mehr über den Damm, sagte Susanne Steffen, Sprecherin des kantonalen Führungstabs. Von den Evakuierten hätten 9 Personen die Nacht auf Freitag noch nicht in ihren Wohnungen verbringen können. Die Aufräumarbeiten liefen auf Hochtouren. (sda)

Deine Meinung