Aktualisiert 05.09.2006 09:35

Aargau: Verbot für Sex-Plakate gefordert

Sexistische Werbung soll im Aargau aus dem öffentlichen Raum verbannt werden. Eine Motion mit diesem Anliegen hat am Dienstag EVP-Grossrätin Lilian Studer, Wettingen, im Grossen Rat eingereicht.

Verlangt werden vom Regierungsrat Massnahmen, damit sexistische Werbung auf öffentlichem Grund, von dort einsehbarem privatem Grund sowie an öffentlichen Gebäuden nicht mehr gestattet ist. Die Motionärin beruft sich dabei auf die Vergewaltigung einer Fünfjährigen durch zwei Schüler in Rhäzüns GR.

Der Umgang von Kindern und Jugendlichen mit der Sexualität sei auch davon abhängig, was sie vorgesetzt bekämen, heisst es in der Begründung des Vorstosses. Eltern müssten akzeptieren, dass ihr Kind in Werbungen fast alles sehe, was es zu sehen gebe.

Zur sexualisierten Umwelt gehöre auch die Plakatwerbung, die öffentlich, jedem zugänglich und nicht übersehbar sei. Gerade in jüngster Zeit werde die Gesellschaft wieder mit Werbung überflutet, die sich ohne Zurückhaltung sexueller Reize bediene, um ihre Produkte zu verkaufen.

Auf Plakatwänden würden dabei Geschlechterrollen präsentiert, die Frauen als blosses Sexobjekt zeigten. Diese Werbung rufe zwar nicht direkt zur Gewalt auf. Doch seien Jugendlich mit der übersexualisierten Umwelt überfordert. Es sei deshalb wichtig, Grenzen zu ziehen. (sda)

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