Aargau will ein neues Atomkraftwerk

Aktualisiert

Aargau will ein neues Atomkraftwerk

Atommüll will keiner haben. Anders sieht es bei den Atomkraftwerken aus, denn da winkt eine Entschädigung des Bundes. Davon möchte der Kanton Aargau profitieren und hält ein Plädoyer für die Atomkraft.

Die Aargauer Regierung befürwortet den Ersatz eines der drei bestehenden Kernkraftwerke (KKW) auf dem Gebiet ihres Kantons. Der Regierungsrat fordert eine finanzielle Entschädigung für die Standortgunst und möchte kürzere Bewilligungsverfahren.

Der Aargau sei gewillt, einen Beitrag zur Sicherung der Energieversorgung zu leisten, hält der Regierungsrat zu einem Vorstoss der FDP-Fraktion im Grossen Rat fest. Die Stellungnahme wurde am Donnerstag auf der Website des Kantons veröffentlicht.

Für günstige Rahmenbedingungen sorgen

Allerdings will der Regierungsrat keine eigenen Finanzmittel für den Bau eines KKW einsetzen. Dies sei Aufgabe der Strombranche. Der Aargau «kann und will aber für günstige Rahmenbedingungen beim Bau und Betrieb von Anlagen sorgen».

So sind für den Regierungsrat die 20 Jahre von der Planung bis zur Inbetriebnahme eines KKW zu viel Zeit. «Eine Verkürzung dieser Zeitspanne durch Verfahrensoptimierung muss dringend angestrebt werden», verlangt er.

Geld für Standortgunst

Der Aargau fordert für ein neues KKW eine «angemessene Standortabgeltung». Eine Entschädigung müsse insbesondere dann angestrebt werden, «wenn sich andere Kantone nicht bereit erklären, geeignete Standorte für Stromproduktionsanlagen zur nationalen Versorgungssicherheit zur Verfügung zu stellen».

Die FDP-Fraktion hatte die Regierung in einem parlamentarischen Auftrag dazu verpflichten wollen, alles zu unternehmen, damit unmittelbar mit der Planung eines neuen KKW als Ersatz für die Reaktoren Beznau I und II begonnen werden könne.

Der Regierungsrat erklärte sich bereit, den Auftrag entgegenzunehmen. Im Grossen Rat war wegen der Einreichung des Auftrages Ende Oktober 2006 ein Streit entbrannt. SP und Grüne kritisierten den FDP-Vorstoss.

Die Forderung der Grünen Aargau, das Potenzial und die Kosten von neuen Kernkraftwerken, der Sonnenkraft sowie von erneuerbarer Energie abzuklären, lehnt der Regierungsrat ab. Die Grünen hatten den Auftrag als Reaktion auf den FDP-Vorstoss eingereicht. (sda)

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