Aargau will Vollsplitting bei Ehepaaren
Aktualisiert

Aargau will Vollsplitting bei Ehepaaren

Der Aargauer Regierungsrat spricht sich für ein Vollsplitting bei der direkten Bundessteuer aus.

Dieses Modell trage der Ehe als Rechts- und Gütergemeinschaft am besten Rechnung, hält er in der Vernehmlassung an das Eidg. Finanzdepartement fest.

Das Vollsplitting stelle sicher, dass ein Ehepaar bei allen möglichen Konstellationen nie schlechter gestellt sei als ein Konkubinatspaar. Das entspreche auch der Rechtssprechung des Bundesgerichtes, heisst es in der am Freitag veröffentlichten Stellungnahme.

Mit diesem Modell werden Ehepaare zwar weiterhin gemeinsam veranlagt und besteuert. Für die Berechnung der Steuer wird der Betrag aber durch zwei geteilt. Die Steuer wird dann für die Hälfte des Einkommens - in der niedrigeren Progressionsklasse - berechnet und danach verdoppelt. Dadurch entfällt der Progressionsanstieg.

Eine Individualbesteuerung lehnt der Regierungsrat ab, weil ein solches Modell aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht möglich sei. Ebenfalls abgelehnt wird eine Wahlfreiheit zwischen getrennter und gemeinsamer Veranlagung.

Wahlrecht zu kompliziert

Ein solches Wahlrecht würde nach Meinung des Regierungsrates die Steuerpflichtigen überfordern. Sie müssten sich in jeder Steuerperiode mit beiden Systemen auseinandersetzen und beurteilen, welches System für sie das günstigere sei.

Laut Regierungsrat ist es denkbar, dass das eine Modell bei der Bundessteuer Vorteile bringt, bei der Kantonssteuer dagegen unvorteilhafter ist. Die damit verbundene Verunsicherung der Steuerpflichtigen würde nur dazu führen, dass sie sich vermehrt an Steuerberater wenden müssten.

Einfaches Modell

Im Vergleich zur Individualbesteuerung und zum Wahlrecht zeichne sich das Splitting durch seine administrative Einfachheit aus, heisst es in der Stellungnahme an die Steuerverwaltung des Bundes. Zudem verursache es keinen zusätzlichen Verwaltungsaufwand.

Mit der Reform will der Bund Unzulänglichkeiten bei der Ehepaarbesteuerung eliminieren. Trotz der Beseitigung der «Heiratsstrafe» würden bei der Bundessteuer noch immer rund ein Drittel der Doppelverdiener-Ehepaare stärker belastet als entsprechende Konkubinatspaare, hält der Regierungsrat fest.

(sda)

Deine Meinung