Terrorangst: Aargauer Polizei legt sich Sturmgewehre zu
Aktualisiert

TerrorangstAargauer Polizei legt sich Sturmgewehre zu

Die Aargauer Polizei reagiert mit einer neuen Ausrüstung auf die Pariser Terroranschläge: Sie geht künftig mit Sturmgewehr und Helm auf Patrouille.

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pat/rom
Reaktion auf Terror-Bedrohung: Die Aargauer Polizei informiert über ihre neue Ausrüstung.

Reaktion auf Terror-Bedrohung: Die Aargauer Polizei informiert über ihre neue Ausrüstung.

Screenshot Tele M1

«Die Terrorbedrohung mag bei uns kleiner sein als in anderen europäischen Städten – in Sicherheit wiegen dürfen wir uns aber nicht», betonte der Aargauer Sicherheitsdirektor Urs Hofmann am Montag gegenüber den Medien.

Die Einsatzkräfte würden seit den Pariser Attentaten auch im Aargau erhöhte Präsenz zeigen, so Hofmann. «Dazu gehört eine zielgerichtete Ausbildung und eine notwendige und sinnvolle Ausrüstung, die dieser Bedrohungslage Rechnung trägt.»

Die Polizei habe deshalb ein neues Sturmgewehr und einen neuen Schutzhelm angeschafft. «Diese Ausrüstung ist eine direkte Folge der Pariser Anschläge», so der Aargauer Polizeikommandant Michael Leupold.

Grössere Schussweite

Bei der Waffe handelt es sich konkret um eine «SIG 516, Kaliber .223 Remington». Sie besitzt dasselbe Kaliber wie die Standardwaffe der Schweizer Armee. Das Sturmgewehr habe eine grössere Schussweite und höhere Durchschlagskraft als die herkömmlichen Polizeiwaffen, erklärte Leupold gegenüber der «AargauerZeitung». Ein Schuss aus dem Sturmgewehr erreiche mit einer «polizeilichen Spezialmunition» die Geschwindigkeit von 700 Metern pro Sekunde.

Man habe festgestellt, dass die Pariser Polizisten, die als Erste vor Ort waren, nichts ausrichten konnten, da ihre Pistolen nicht gegen die schwer bewaffneten Attentäter ankamen, erklärt Leupold den Entscheid.

«Wir sind bereits gut ausgerüstet»

Kein Thema ist der Kauf von Sturmgewehren derzeit bei der Stadtpolizei Zürich: «Wir sind bereits gut ausgerüstet», sagt Medienchef Marco Cortesi. Jeder Polizist trage eine Faustfeuerwaffe, einen Mehrzweckstock und einen Reizstoffspray auf sich – hinzu käme eine Maschinenpistole im Auto. «Zudem sind schweizweit einzigartig rund um die Uhr Grenadiere mit Spezialausrüstung im Einsatz», so Cortesi. Trotzdem werde man die Erfahrungen der Aargauer Kollegen mit den neuen Waffen beobachten.

Ähnlich klingt es bei der Kantonspolizei Zürich, wo man laut Sprecher Werner Schaub ebenfalls schon gut ausgerüstet ist: «Unsere Sturmgewehre dienen primär der Sondereinheit Diamant. In jedem Patrouillenfahrzeug befindet sich eine Maschinenpistole – diese rüsteten wir erst kürzlich mit modernen Zielgeräten auf.» Auch habe man nach den Charlie-Hebdo-Anschlägen die Beschaffung von schweren Schutzwesten beschleunigt. Schaub: «Terrorismus-Bedrohungen sind für die Kapo Zürich nichts Neues – seit dem Attentat 1969 am Flughafen Kloten haben wir mit deren Bekämpfung Erfahrung.»

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