Erstickungstod: Aargauer Polizisten wird der Prozess gemacht

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ErstickungstodAargauer Polizisten wird der Prozess gemacht

Zwei Aargauer Polizisten sollten einen psychisch kranken Mann in ein Spital überführen, doch als sie ihn am Boden fixierten, hörte er auf zu atmen. Jetzt fordert die Staatsanwaltschaft bedingte Geldstrafen und Bussen.

Die Aargauer Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben, wie das Bezirksgerichts Baden am Mittwoch mitteilte. Für einen der Polizisten verlangt sie eine auf zwei Jahre Probezeit bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 80 Franken sowie eine Busse von 1000 Franken. Für den zweiten Polizisten lautet der Strafantrag auf eine bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 90 Franken sowie ebenfalls eine Busse von 1000 Franken. Die Verhandlung vor dem Bezirksgericht Baden am 1. Dezember dauert voraussichtlich den ganzen Tag, wie es weiter hiess.

Mehrere Minuten dauernde Auseinandersetzung

Hintergrund der Anklage bildet ein Polizeieinsatz vom frühen Morgen des 11. Septembers 2007 in Fislisbach. Die zwei Regionalpolizisten wollten damals einen psychisch angeschlagenen Mann ins Kantonsspital überführen. Der 41-Jährige hatte seine Medikamente nicht eingenommen. Nach verbaler Gegenwehr stürzte sich der Mann aus dem Küchenfenster des ersten Stockes drei Meter in die Tiefe. Im Garten stellte er sich den Beamten mit einem Brett entgegen, liess dieses aber unter vorgehaltener Waffe fallen, worauf es zu einer mehrere Minuten dauernden handfesten Auseinandersetzung kam. Der Mann wurde schliesslich in Bauchlage mit auf dem Rücken gefesselten Händen fixiert. Als kurz darauf die alarmierte Ambulanz eintraf, war der Mann bereits tot.

Ein provisorisches medizinisches Gutachten stellte später fest, dass der Tod durch ein «lagebedingtes Ersticken» eingetreten war und damit klar mit dem Polizeieinsatz im Zusammenhang stand. Die kommende Gerichtsverhandlung ist öffentlich. (dapd)

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