Casanova in Baden: Aargauer Restaurant verlangt fünf Franken, wenn du nicht aufisst

Im Restaurant Casanova in Baden gibt es eine Busse von fünf Franken, wenn der Teller vom All-you-can-eat-Buffet nicht aufgegessen wird.

Im Restaurant Casanova in Baden gibt es eine Busse von fünf Franken, wenn der Teller vom All-you-can-eat-Buffet nicht aufgegessen wird.

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Busse gegen Food-WasteAargauer Restaurant verlangt 5 Franken, wenn du nicht aufisst

Ein Beizer aus Baden setzt sich mithilfe einer kleinen Geldstrafe gegen Food-Waste ein. Im Gespräch erzählt er, wieso – und wie seine Gäste das finden.

von
Luise Faupel

Chef Sulman Ghauri betreibt eines der beliebtesten Restaurants in Baden. Das Casanova bietet indische Spezialitäten in Form eines All-you-can-eat-Buffets und die Google-Bewertungen seiner Gäste können sich sehen lassen.

Aber nicht nur Qualität und Service scheinen hier besonders, auch Ghauris Einsatz gegen Food-Waste erstaunt: Vor zwei Jahren hat er für Gäste, die ihren Buffetteller nicht leer essen, eine Geldstrafe von einem Fünfliber lanciert.

Erwachsene sensibilisieren 

Beim All-you-can-eat-Buffet im Casanova stehen jeden Tag zehn Gerichte zur Auswahl, drei davon mit Fleisch, sieben vegetarisch.

Beim All-you-can-eat-Buffet im Casanova stehen jeden Tag zehn Gerichte zur Auswahl, drei davon mit Fleisch, sieben vegetarisch.

Sein Heimatland Indien sehe Essen als wertvoll an. Hierzulande scheinen Menschen das oft zu vergessen, so Ghauri. 

Sein Heimatland Indien sehe Essen als wertvoll an. Hierzulande scheinen Menschen das oft zu vergessen, so Ghauri. 

Restaurant Casanova
Casanova-Inhaber Sulman Ghauri an der Bar seines Restaurants.

Casanova-Inhaber Sulman Ghauri an der Bar seines Restaurants.

Casanova Restaurant

Die Aktion soll ein Zeichen gegen Food-Waste sein. «Als Kinder lernen wir aufzuessen. Dass Essen etwas Besonderes ist, das nicht einfach weggeschmissen wird. Für Erwachsene scheint das plötzlich nicht mehr zu gelten», erzählt uns Sulman Ghauri.

Das soll sich mit seiner Strafe ändern. Ghauri möchte seine Gäste in Sachen Lebensmittelverschwendung sensibilisieren und umerziehen.

Feedback ist positiv

Denn die Umwelt ist Ghauri wichtig. Um sich gegen Food-Waste einzusetzen, arbeitet er bereits mit der Plattform Too Good To Go zusammen. Sie listet Gastrobetriebe, deren übrig gebliebene Speisen für eine kleinere Summe angeboten und abgeholt werden können. «Das Feedback der Gäste ist sehr positiv. Ich habe viele Anrufe und E-Mails von Leuten bekommen, die sagen, dass sie die Aktion gut finden», so der Restaurantinhaber.

Auf unsere Frage, wie genau die Androhung der Geldstrafe vonstattengeht, antwortet er: «Ich begleite Gäste sowieso zum Buffet. Um sie nach Vorlieben, Ernährungsweisen oder Allergien zu befragen. Dabei mache ich dann auch gleich auf meine Aktion gegen Food-Waste aufmerksam.» 

Bitte nichts wegschmeissen! Die indischen Gerichte im Casanova sollen im Magen, nicht im Müll, landen. 

Bitte nichts wegschmeissen! Die indischen Gerichte im Casanova sollen im Magen, nicht im Müll, landen. 

Getty Images

Gäste können sich am Buffet für 20 Franken so viel nehmen, wie sie wollen. Als Koch freue sich Ghauri, wenn seine Gäste viel essen oder sich mehrere Male am Buffet bedienen. Fällt ihm jedoch auf, dass der Teller vollgeladen und das Essen nicht aufgegessen wurde, mahnt er. 

«Ich sage dann: Heute haben Sie Reste auf Ihrem Teller. Schauen Sie, dass es nächstes Mal keine Rest gibt, sonst werden fünf Franken fällig.» Dabei sei es ihm wichtig, immer freundlich zu bleiben.

Wie findest du die Aktion gegen Food-Waste?

Noch nie einkassiert

Sein Ziel sei es aber auch nicht, möglichst viel Geld einzunehmen, sondern mitzuwirken, dass keine Lebensmittel verschwendet werden. «Die Leute sind einfach dran gewöhnt, Essen liegen zu lassen. Sie vergessen, dass das schlecht ist, oder gehen sogar nochmals zum Buffet, um sich etwas anderes zu holen.» 

Ghauri habe aber noch nie fünf Franken einnehmen müssen – in den ganzen zwei Jahren, seit es die Busse gibt, nicht. Die Verwarnungen, von denen er bis zu drei pro Gast ausspricht, haben bisher immer ausgereicht. «Ich halte mein Konzept für erfolgreich, denn in den letzten Jahren musste ich nie eine Busse einkassieren. Ich will einfach was für die Umwelt tun.» 

Isst du deinen Teller im Restaurant immer leer? Oder lässt du auch mal etwas liegen?

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