30.04.2015 04:01

Hitzetod

«Ab 15 Grad lasse ich die Hunde nicht im Auto»

Spätestens nach dem Bulldogen-Tod in Winterthur sehen Tierfreunde Handlungsbedarf. Eine neue Plakatenkampagne soll auf das Hitzetod-Problem aufmerksam machen.

von
wed
Dieses Plakat wird ab Mai in der ganzen Deutschschweiz zu sehen sein, um au diese Thematik aufmerksam zu machen.

Dieses Plakat wird ab Mai in der ganzen Deutschschweiz zu sehen sein, um au diese Thematik aufmerksam zu machen.

Ein Junghund überlebte einen Ausflug nach Winterthur am Montag nicht. Sein Besitzer liess die Bulldogge bei Sonnenschein rund zwei Stunden im Kofferraum. Trotz Rettungseinsatz der Polizei starb der Hund vermutlich an einem Kollaps durch einen Hitzestau.

Da dieser Vorfall keine Seltenheit ist, startet das Tierportal Petfinder zusammen mit dem Magazin Welt der Tiere und dem Tierfachmarkt Meiko ab Mai eine Plakatkampagne in der ganzen Deutschschweiz. «Es passiert immer noch viel zu oft», sagt Initiant Beat Frei. Er hoffe daher, dass er möglichst viele Hundebesitzer auf das Problem aufmerksam machen könne.

«Wenn man den Hund nur schon für einen kurzen Kaffee an der Sonne im Auto lässt, kann das zu einem qualvollen Tod des Tieres führen», sagt Frei. Er selber lasse seine Hunde ab 15 Grad Aussentemperatur nur mal im Auto zurück, wenn dieses in einer Garage abgestellt werden könne.

«Dauer-Schatten oder in einer Parkgarage ist ein Muss»

Nadja Brodmann vom Zürcher Tierschutz begrüsst die Hitzegefahr-Kampagne: «Einen Parkplatz im Dauer-Schatten oder in einer Parkgarage ist ein Muss bei Sonne und Hitze.» Der Hund habe in der Regel keine Möglichkeit, direkter Sonneneinstrahlung auszuweichen, da er im Laderaum oder in einer Box eingesperrt sei.

«Da ein Hund nicht Schwitzen kann und nur über Hecheln seine Körpertemperatur kontrollieren kann, steigt die Körpertemperatur wie bei einem Fieber stetig in die Höhe, was dann zu einem qualvollen Hitzetod führt», so Brodmann. Als würden man ohne Wasser in der Wüste stehen. «Wer einem leidenden Tier in einem Auto begegnet, dem empfehlen wir, sich auf jeden Fall bei der Polizei zu melden und nicht ohne Absprache mit der Polizei eine Scheibe einzuschlagen oder ähnliches zu unternehmen, um das Tier zu retten», so Brodmann weiter.

Bei starkem Leid kann Fenster eingeschlagen werden

Dieser Meinung ist man auch bei der Stadtpolizei Winterthur, die den Fall vom Montag behandelt hat: «Grundsätzlich gibt es nach unserer Auffassung aber einen Rechtfertigungsgrund um die Scheibe einzuschlagen, wenn sicher ist, dass es dem Hund schlecht geht, er sehr leiden muss oder kurz vor dem Ableben ist», so Sprecher Peter Gull. Man würde aber nicht empfehlen, Scheiben selber einzuschlagen, da nicht jeder ein Fachmann ist und über den Gesundheitszustand des Tieres urteilen kann.

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