Aktualisiert 30.06.2009 13:06

Neuer GAVAb 2012 gibts den 13. auch im Gastro-Gewerbe

Die Angestellten im Schweizer Gastgewerbe erhalten einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV). Wegen der Wirtschaftskrise wird das neue Lohnsystem aber erst Anfang 2012 umgesetzt.

Die rund 200 000 Beschäftigten im Gastgewerbe erhalten einen neuen GAV. Nachdem die sechs Sozialpartner dem neuen Vertrag zugestimmt haben, kann dieser auf 1. Januar 2010 in Kraft treten. Wegen der Wirtschaftskrise wird das neue Lohnsystem mit 13. Monatslohn für alle aber erst Anfang 2012 umgesetzt.

Durchbruch nach zwei Jahren Verhandlung

Die sechs Sozialpartner im Schweizer Gastgewerbe - GastroSuisse, hotelleriesuisse, Swiss Catering Association, Hotel&Gastro Union, Syna und Unia - haben nach zwei Jahre dauernden Verhandlungen über einen neuen GAV einen Durchbruch erzielt, wie sie am Dienstag gemeinsam in Bern bekannt gaben. Das neue Vertragswerk wurde von allen Entscheidungsgremien abgesegnet und kann damit per 1. Januar 2010 in Kraft treten. Zentraler neuer Punkt des GAV ist die Aus- und Weiterbildung. Durch die mehrheitliche Übernahme der Ausbildungskosten und einer Kompensation des Lohnausfalls stellen die Sozialpartner laut eigenen Angaben gemeinsam sicher, dass ständige Weiterbildung gewährleistet ist.

Ab 2010 fünf Wochen Ferien

Neben der Aus- und Weiterbildung setzen die Verbesserungen für die Arbeitnehmenden laut Unia-Co-Präsident Andreas Rieger bei den Themenbereichen Arbeitszeit, Lohn und Anwendung des neuen Vertrags an. Ab 2010 erhalten alle Mitarbeitenden im Gastgewerbe fünf Wochen Ferien. Zudem sollen die geleisteten Arbeitsstunden effektiver erfasst werden. Jeder Arbeitnehmer muss die Erfassung sicherstellen und den Mitarbeitenden den Überstundensaldo monatlich mitteilen. Beim Lohn gibt es laut Rieger zahlreiche Verbesserungen, doch treten diese wegen der Wirtschaftskrise erst Anfang 2012 in Kraft. So wird für alle Mitarbeitenden ein 13. Monatslohn eingeführt. Zudem wird der Mindestlohn bei abgeschlossener dreijähriger Lehre im Gastgewerbe von 3823 auf 4100 Franken angehoben. Um die Mehrkosten der Lohnverbesserungen teilweise zu kompensieren, wird ab 2012 ein Einarbeitungsabzug bei der Lohnkategorie für Ungelernte während der ersten sechs Anstellungsmonate eingeführt.

43,5-Stunden-Woche für Saisonbetriebe

Aus Arbeitgebersicht bringt der neue GAV konkrete Verbesserungen durch eine flexiblere Handhabung der Überstunden, durch die Neuregelungen für Saisonbetriebe sowie durch zahlreiche Vereinfachungen, etwa bei der einheitlichen Feriendauer von fünf Wochen, wie Claudio E. Casanova, Präsident der Arbeitsrechtskommission von hotelleriesuisse, sagte. Zudem werde der neue GAV die Produktivität erhöhen. So sehe das Arbeitszeitmodell beispielsweise für Saisonbetriebe neu die 43,5-Stunden-Woche vor.

GAV soll für alle gelten

Die vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) erteilte Allgemeingültigkeitserklärung soll gemäss Syna-Vizepräsidentin Magdalena Bertone sicherstellen, dass der neue GAV für alle gut 200 000 Arbeitnehmenden und 30 000 Arbeitgebenden im Gastgewerbe verbindlich anzuwenden ist. Casanova sprach von einem ausgewogenen Paket, das die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit der Gastronomiebranche im Fokus habe. (dapd)

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