5G-Netz: Ab 2020 surfen wir mobil bis zu 100-mal so schnell
Publiziert

5G-NetzAb 2020 surfen wir mobil bis zu 100-mal so schnell

Die Swisscom führt eine neue Mobilfunktechnologie ein. Das neue Netz ist nicht nur blitzschnell, es erlaubt auch neue Anwendungen.

von
swe
1 / 5
Der neue Mobilfunkstandard 5G etabliert sich schneller als erwartet. Er erlaubt eine viel höhere Bandbreite, womit sich Daten viel schneller übertragen lassen.

Der neue Mobilfunkstandard 5G etabliert sich schneller als erwartet. Er erlaubt eine viel höhere Bandbreite, womit sich Daten viel schneller übertragen lassen.

Bis zu 100-mal schneller soll das 5G-Netz im Vergleich zur heutigen Technologie sein. Die Swisscom plante zuerst, die Technologie 2020 einzuführen.

Bis zu 100-mal schneller soll das 5G-Netz im Vergleich zur heutigen Technologie sein. Die Swisscom plante zuerst, die Technologie 2020 einzuführen.

Keystone/Walter Bieri
Zu Demonstrationszwecken wurde bei der Swisscom ein kleines 5G-Netz eingerichtet.

Zu Demonstrationszwecken wurde bei der Swisscom ein kleines 5G-Netz eingerichtet.

Jedes Jahr verdoppelt sich das Datenvolumen, das über mobile Netze verschickt und empfangen wird. Kunden unter 26 haben eine bis zu siebenmal so hohe Datennutzung im Vergleich zu älteren Generationen. Der mobile Datenverkehr explodiert.

Die Swisscom rüstet ihr Mobilfunknetz deshalb für die Zukunft. Konkret geht es um den neuen Mobilfunkstandard 5G. Dieser ermöglicht viel höhere Kapazitäten und entsprechend hohe Geschwindigkeiten. Schon 2020 sollen Kunden bis zu 100-mal schneller surfen können als heute.

Neue Möglichkeiten

Die höhere Bandbreite ist nicht der einzige Vorteil. 5G hat eine viel kürzere Reaktionszeit als das bisherige Netz, da Daten quasi in Echtzeit übertragen werden. «Dies ermöglicht zeitkritische Anwendungen wie beispielsweise die Steuerung von autonomen Fahrzeugen», erklärt Klaus Liechti, 5G-Projektleiter bei der Swisscom.

An der Tech-Messe Mobile World Congress in Barcelona hat der Netzwerkausrüster Ericsson gezeigt, wie ein Rennauto über eine Distanz von 200 Kilometern ferngesteuert werden kann. «Auch im Entertainment-Bereich und für Games ist die Technologie interessant. In Anwendungen in den Bereichen Virtual und Augmented Reality erhält man damit ein direktes Feedback», so Liechti.

Flexibleres Netz

Das kommende 5G-Netz bietet auch Firmen und Behörden neue Möglichkeiten. Mit dem sogenannten Network Slicing erhalten beispielsweise die Polizei oder Rettungsdienste einen festen Teil der Netzwerkressourcen, ohne dass hierfür tatsächlich ein eigenes Netz aufgebaut werden müsste. Ihr Datenverkehr wird quasi virtuell von den normalen Kunden getrennt und bevorzugt behandelt, so dass auch in Notsituationen die Kommunikation gewährleistet bleibt.

Frühestens in drei Jahren

Sunrise gab auf Anfrage an, dass sie ihr Netz voraussichtlich bis 2020 mit 5G ausbauen wollen. Das Unternehmen arbeite dafür eng mit ihrem Technologie-Partner Huawei zusammen. Auch Salt rechnet nicht mit einer Markteinführung vor 2020. Über einen genauen Zeitplan werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

Auch 4G wird schneller

Noch in diesem Jahr wird die Swisscom ihr bestehendes 4G-Netz in elf grossen Schweizer Städten ausbauen. Punktuell werde die Geschwindigkeit auf bis zu 800 Megabit erhöht, was etwa doppelt so schnell ist wie die aktuelle Spitzengeschwindigkeit. Auch Sunrise biete dies bereits in den fünf grössten Schweizer Städten an und baue weiter aus, sagt das Unternehmen. Der Haken: Um das schnellere 4G und ab 2020 mit 5G zu surfen, müssen Kunden ein neues Smartphone kaufen, das die Technologie unterstützt.

Weil die Vögel es nicht von den Dächern zwitschern

20 Minuten Digital ist auch auf Twitter vertreten. Folgen Sie uns und entdecken Sie die neusten Trends und Gadgets aus der digitalen Welt.

Deine Meinung