Aktualisiert 07.10.2014 13:44

DeutschlandAb 21 Uhr stehen die Züge still

Am Dienstagabend will die deutsche Lokführergewerkschaft GDL streiken. Betroffen sein wird wohl auch der Fernverkehr. Die Deutsche Bahn rät von Reisen im Streikzeitraum ab.

von
mlr

Die Lokführergewerkschaft GDL will von Dienstagabend an den Zugverkehr in Deutschland für neun Stunden lahmlegen. Die GDL rief ihre Mitglieder im Tarifstreit mit der Bahn zu einem flächendeckenden Streik auf. Das teilte GDL-Sprecherin Gerda Seibert am frühen Dienstagmorgen mit.

Von Dienstagabend 21.00 Uhr bis Mittwochmorgen 6.00 Uhr sollen Fern- und Regionalzüge ebenso stillstehen wie Güterzüge und die von der Deutschen Bahn betriebenen S-Bahnen. Vonseiten der Deutschen Bahn heisst es, in diesem Zeitraum sei mit erheblichen Beeinträchtigungen im Fernverkehr zu rechnen. Genauere Angaben zum Umfang des Streiks und zu betroffenen Zügen könnten aktuell jedoch nicht gemacht werden. Das Unternehmen empfiehlt, während des Streiks keine Reisen zu planen.

Zum Streik aufgerufen sind unter anderem Lokomotivführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen und Disponenten in allen Eisenbahnverkehrsunternehmen der Deutschen Bahn.

91 Prozent stimmten für Arbeitskampf

Die Lokführer fordern fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. Verhandlungen darüber scheiterten jedoch daran, dass die GDL auch für das übrige Personal im Zug verhandeln will, etwa für Zugbegleiter und Speisewagen-Mitarbeiter. Die Bahn lehnt das ab.

Die GDL rivalisiert dabei mit der grösseren der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). In der vergangenen Woche war nach den bisherigen Warnstreiks eine Urabstimmung über reguläre Streiks zu Ende gegangen. 91 Prozent stimmten für den Arbeitskampf.

Bahn wollte Streiks abwenden

Die Bahn nannte die Streikandrohung schon im Vorfeld völlig überflüssig. Personalvorstand Ulrich Weber wies den Vorwurf zurück, die Bahn verweigere Verhandlungen und treibe die Gewerkschaft in den Konflikt. «Der GDL-Führung geht es aber darum, das Terrain von Konkurrenzgewerkschaften erobern zu wollen. Dafür nimmt sie Schaden für Kunden, Mitarbeiter und Unternehmen in Kauf.»

Die Bahn hatte in der vergangenen Woche ein neues Angebot gemacht, um den Streik noch abzuwenden. Demnach sollten die Verhandlungen ruhen, bis die Bundesregierung das geplante Gesetz zur Tarifeinheit auf den Weg gebracht hat. Bis dahin sollten die Lokführer zwei Prozent mehr Geld erhalten. (mlr/sda)

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