09.11.2020 14:31

LöhneAb diesem Einkommen gehörst du zu den Topverdienern

Bundesräte und Konzernchefs gehören zu den Topverdienern in der Schweiz. Doch auch innerhalb dieses exklusiven Clubs gibt es grosse Unterschiede.

von
Dominic Benz
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Wie viel muss man verdienen, um zu den Topverdienern der obersten 1 Prozent zu gehören? 

Wie viel muss man verdienen, um zu den Topverdienern der obersten 1 Prozent zu gehören?

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In Dänemark gehört man ab einem Einkommen von umgerechnet rund 260’000 Franken im Jahr zu den Topverdienern.

In Dänemark gehört man ab einem Einkommen von umgerechnet rund 260’000 Franken im Jahr zu den Topverdienern.

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In Saudiarabien liegt die Schwelle bei 277’000 Franken.

In Saudiarabien liegt die Schwelle bei 277’000 Franken.

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Darum gehts

  • Das oberste Prozent verdient in der Schweiz mindestens 337’000 Franken pro Jahr.

  • Bei diesen Topverdienern gibt es aber grosse Unterschiede.

  • Die Bundesräte drücken mit ihrem Lohn den Schnitt.

  • Die Spitzenverdiener in der Schweiz verdienen mindestens viermal mehr als der Durchschnitt.

Der Lohn von Spitzenverdienern ist in der Regel um ein Vielfaches höher als jener von einem durchschnittlichen Arbeitnehmenden. Doch auch innerhalb der Topverdiener gibt es eine grosse Ungleichheit.

In der Schweiz gehört man ab einem jährlichen Einkommen von 374’000 Dollar (rund 337’000 Franken) zum obersten Prozent der Bevölkerung, wie die «SonntagsZeitung» auf Basis der Datenbank der «World Inequality Database» schreibt. Unter diesen Spitzenverdienern tummeln sich Chefs von Grosskonzernen mit zweistelligen Millionen-Salären, andere Topmanager sowie Chefärzte oder Spitzenbeamte.

Bundesräte drücken den Schnitt

Beispielsweise verdiente Severin Schwan als CEO des Pharmariesen Roche 2019 rund 15 Millionen Franken, der ehemalige UBS-Chef Sergio Ermotti 12,5 Millionen Franken (siehe Box). Auch Bundesräte gehören zu den Topverdienern. Allerdings drücken sie mit einem Lohn von 455’000 Franken im Jahr das durchschnittliche Einkommen in diesem exklusiven Club. Dieses liegt bei rund 880’000 Franken.

Lediglich in sechs anderen Ländern ist die Schwelle zu den Spitzenverdienern höher als hierzulande. Um beim obersten Prozent mitzumischen, braucht man in Norwegen ein Einkommen von umgerechnet rund 375’000 Franken. In Katar beträgt die Schwelle gegen 1 Million Franken pro Jahr.

Klar tiefer sind die Einkommen in den Nachbarländern der Schweiz. In Deutschland und Österreich gehört man ab knapp 250’000 Franken jährlich zu den Spitzenverdienern, in Italien ist man ab rund 140’000 Franken mit dabei. In den ärmsten Ländern der Welt liegt die Schwelle entsprechend tiefer. In Nigeria ist man ab rund 33’000 Franken Topverdiener.

In welchem Land man wie viel verdienen muss, um als Spitzenverdiener zu gelten, siehst du in der Bildergalerie oben.

Kleinerer Unterschied in der Schweiz

Wie ungleich die Löhne in einem Land verteilt sind, zeigt der Vergleich mit dem Durchschnittslohn. In Ölstaaten am Persischen Golf erhalten die Topverdiener mindestens 13-mal mehr als der Schnitt. In Brasilien oder Indien beträgt der Unterschied laut «SonntagsZeitung» mehr als das 10-Fache. In Nigeria haben die Topverdiener des obersten Prozents mindestens 19-mal mehr Lohn.

In der Schweiz ist der Unterschied verhältnismässig klein. Das Durchschnittseinkommen liegt bei jährlich rund 77’000 Franken. Mit etwas mehr als dem 4-Fachen davon steigt man demnach in das oberste Lohn-Prozent auf. Der relativ geringe Unterschied wird gemäss dem Bericht unter anderem auf eine erfolgreiche Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik sowie eine hohe soziale Mobilität zurückgeführt.

Millionen für Chefs

Grosse Lohnschere in Firmen

Auch 2019 hat sich die Schere zwischen den tiefsten und den höchsten Löhnen in Schweizer Unternehmen weiter geöffnet. Der Chef kassierte im Durchschnitt 148-mal mehr als sein am wenigsten verdienender Angestellter. Am krassesten klaffte die Schere 2019 wie im Vorjahr beim Pharmakonzern Roche, wie die jährliche Lohnschere-Studie der Gewerkschaft Unia zeigt. Untersucht wurden 37 Konzerne:

Roche-CEO Severin Schwan verdient mit 15 Millionen Franken 308-mal mehr als der am wenigsten verdienende Angestellte. Sergio Ermotti (UBS, 12,51 Millionen Franken) 241-mal mehr, Ulf Mark Schneider (CEO Nestlé, 10,35 Millionen Franken) 230-mal mehr, Vasant Narasimhan (CEO Novartis, 10,62 Millionen Franken) 207-mal mehr, Tidjane Thiam (Ex-CEO Credit Suisse, 10,72 Millionen Franken) 206-mal mehr, Ulrich Spiesshofer (Ex-CEO ABB, 8,52 Millionen Franken) 193-mal mehr als der am wenigsten verdienende Angestellte.

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215 Kommentare
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Optimieren

10.11.2020, 06:37

Besser Equity aufbauen als große Löhne einfahren auf welche man nur mehr Steuern zahlen muss.

Laura

09.11.2020, 18:28

Als Selbstständige verdiene ich nicht so viel, aber die Freiheiten & Unabhängigkeit ist unbezahlbar.

Xerxes

09.11.2020, 18:28

Es gibt eine Studie die besagt, dass man bis zu einem Einkommen von 90‘000 (pro Einzelperson, nicht pro Haushalt) jährlich immer glücklicher wird, Danach stagniert dieses Glücksgefühl oder verschwindet gänzlich, weil die Angst vor Verlust und die Gier nach mehr das Glück nicht mehr aufwiegen. Und einmal ganz ehrlich: wozu braucht ein einzelner Mensch mehr als 90‘000 jährlich?