Neues Gesetz: Ab heute müssen E-Autos künstlich Lärm machen
Aktualisiert

Neues GesetzAb heute müssen E-Autos künstlich Lärm machen

Seit dem 1. Juli müssen neue E-Autos Motorengeräusche machen. Mit dem Sound-Effekt beschäftigt sich auch ein Hollywoodstar.

von
dob

So können Elektro-Autos künftig bis 20 km/h tönen.

Für Fussgänger sind E-Autos besonders gefährlich. Weil man die Flitzer kaum hört, ist das Unfallrisiko hoch. Das soll sich jetzt ändern. Ab dem 1. Juli müssen alle neuen Elektro- und Hybridautos ein künstliches Motorengeräusch machen. Die neue Regelung gilt sowohl in der EU als auch in der Schweiz.

Alle neuen E-Auto-Modelle müssen ab sofort mit dem sogenannten Acoustic Vehicle Alerting System (Avas) ausgerüstet sein. Das gilt auch für Brennstoffzellenfahrzeuge und Hybridautos mit Verbrennungs- und Elektromotor. Ab Mitte 2021 dürfen auch ältere Modelle nur noch mit Avas verkauft werden. Bereits im Verkehr stehende Modelle müssen aber nicht nachgerüstet werden. Einige Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge fahren bereits mit einer Art Avas herum, der Ton ist jedoch noch abschaltbar.

Genaue Vorgaben

Für die akustische Warneinrichtung Avas gibt es laut dem Bundesamt für Strassen (Astra) genaue Vorgaben: Sie muss einen motorenähnlichen Fahrton erzeugen, beim Beschleunigen soll sich die Tonlage von einer tiefen zu einer höheren Frequenz verändern.

Der Fahrton kann allerdings je nach Hersteller etwas variieren. Oft klingt er futuristisch (siehe Video oben). Das Warngeräusch muss zwischen 55 und 75 Dezibel laut sein, vergleichbar mit einem Mofa. Laut Astra sei es aber leiser als bei einem Benzin- oder Dieselmotor. Zudem muss das künstliche Fahrgeräusch zwingend beim Rückwärtsfahren und vorwärts bis 20 km/h ertönen. «Bei höheren Tempi hört man – wie bei allen anderen Autos auch – vorwiegend nur noch das Reifengeräusch», sagt Astra-Sprecher Guido Bielmann.

Hollywood-Star komponiert für BMW

Vorgeschrieben sind mindestens zwei Terzbänder, eines davon mit weniger als 1600 Hertz, damit auch Senioren mit schlechtem Gehör frühzeitig auf das sich nähernde Fahrzeug aufmerksam werden.

Mit dem künstlichen Motorengeräusch beschäftigt sich auch ein Hollywood-Star: Oscar-Preisträger und Filmmusik-Komponist Hans Zimmer hat für den Autohersteller BMW an einem Sound-Effekt für das Konzeptauto Visio M Next herumgetüftelt. Der Deutsche hat bereits die Musik für Blockbuster wie «Pearl Harbor», «Mission Impossible II» oder «Gladiator» komponiert.

Wie der Motorensound von Zimmer klingt, hören Sie hier

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