Kuriose Vornamen: «Ab ins Bett, Israel!»
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Kuriose Vornamen«Ab ins Bett, Israel!»

«Israel! Ab ins Bett!» – das dürfte im Hause des Boxers Manny Pacquiao öfter zu hören sein. Denn auf den Philippinen sind kuriose Vornamen stark verbreitet.

von
vbi
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Auf den Philippinen sind kuriose Namen verbreitet: Boxer Manny Pacquiao mit seinem Sohn Israel.

Auf den Philippinen sind kuriose Namen verbreitet: Boxer Manny Pacquiao mit seinem Sohn Israel.

Screenshot Twitter/Manny Pacquiao
Manny Pacquiao und seine beiden Töchter. Die eine trägt den speziellen Namen Queen Elisabeth.

Manny Pacquiao und seine beiden Töchter. Die eine trägt den speziellen Namen Queen Elisabeth.

Screenshot Twitter/Manny Pacquiao
Familie Pacquiao mit der Tochter Queen Elisabeth und Söhnchen Israel.

Familie Pacquiao mit der Tochter Queen Elisabeth und Söhnchen Israel.

Screenshot Twitter/Manny Pacquiao

Israel, den Namen gab der legendäre philippinische Boxer Manny Pacquiao seinem Sohn. Seine Tochter heisst Queen Elisabeth. Pacquiao ist in bester Gesellschaft: Kuriose Namen sind Volkssport im Inselstaat. Der neue Aussenminister Yasay heisst Perfecto mit Vornamen, der neue Verteidigungsminister Lorenzana heisst Delfin.

Was im Haus Yasay los war, als das Baby geboren wurde, kann man sich vorstellen: «Nein, ist der süss! Ein perfektes Baby!» Aber Delfin? Man weiss nicht, was die Lorenzanas zu dieser Wahl getrieben hat. Aber es gab schon zweimal Minister mit diesem Vornahmen – 1945 und 1993.

Inky, Sly und Crow

Die Philippinen sind bevölkert von Leuten, die auf Namen wie Barbie oder Bambi, Joker oder Boss hören. Der frühere Vizepräsident hiess Jejomar mit Vornamen, die Anfangssilben von Jesus, Josef und Maria. Vorschriften zur Namenswahl gibt es nicht. Mary Christmas ist ebenso unterwegs wie Valentine Day.

Auch fragwürdige Spitznamen werden mit Stolz getragen: Inky (Ink gleich Tinte) heisst so, weil sie ein dunkler Hauttyp ist, Sly (übersetzt: durchtrieben) hat nichts gegen seinen Namen und Crow (Krähe) wehrt sich auch nicht.

Spaghetti mag ihren Namen

Und dann gibt es Spaghetti '88, die 1988 geboren wurde. Sie hat zwei Geschwister: den älteren Bruder Macaroni '85, und die jüngere Schwester Sincerely Yours '98 – übersetzt etwa: «Mit freundlichen Grüssen 98».

Als Kind sei sie gehänselt worden, aber inzwischen finde sie ihren Namen klasse, verrät Spaghetti der Nachrichtenagentur DPA. «Jeder erinnert sich an mich», sagt die 28-jährige aus Manila. «Der Name bricht sofort das Eis und ist ein Anknüpfungspunkt für Gespräche.» Die Passbeamten dazu zu bekommen, die 88 mit ins Vornamenfeld zu nehmen, habe allerdings etwas Überzeugungsarbeit gekostet, sagt sie.

Missverständnisse gebe es auch manchmal. «Ich habe einmal bei einem Lieferservice Essen bestellt, da sagte der Mann am Telefon immer wieder: ‹Sie müssen uns zunächst mal ihren Namen sagen, bevor sie bestellen können.› – Er dachte, ich wollte Spaghetti haben.»

In der Schweiz nicht möglich

In der Schweiz wie auch in Deutschland wäre Spaghetti wohl am Veto des Standesbeamten gescheitert. Vornamen sollen als solche zu erkennen sein und das Geschlecht des Kindes möglichst auch. Zudem muss das Wohl des Kindes berücksichtigt werden, sagt das Gesetz. Satan etwa ginge nicht.

Vieles hängt allerdings vom Standesamt oder im schlimmsten Fall von einem Richter ab. So machte Philipp Pumuckl 1984 Schlagzeilen, weil Richter in Zweibrücken diesen Namen zuliessen. Dagegen fiel Borussia 1997 in Kassel durch.

Spaghettis Sohn heisst Cheese

Spaghetti '88 Revisa hat solche Sorgen nicht, ihr Name wurde anerkannt. Und er passe perfekt zu ihr: «Ich habe gerne Spass, ich bin laut und nett. Wie Spaghettis: lustig und ein bisschen chaotisch zu essen, aber sehr nett!»

Sie hat ihren Sohn vor zwei Jahren Cheese Pimiento getauft, genannt Chippy, wie ein populärer Partysnack aus Käse und Peperonis. Nun hofft sie auf eine Tochter. Sie würde Cheese Curls heissen, nach einem anderen Partysnack. «Ich hoffe so sehr, dass das klappt mit dem Mädchen!», sagt sie. (vbi/sda)

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