Haartrend: Toupier-Frisuren à la Ariana Grande oder Dua Lipa sind zurück
Anya Taylor Joy steht auf den XXL-Look fürs Haar.

Anya Taylor Joy steht auf den XXL-Look fürs Haar.

Instagram/georgieeisdell
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Hol den kamm raus!Ab sofort werden Haare wieder toupiert

Füllig, aufgetürmt, bauschig – so lautet der Ausdruck «Bouffant» auf deutsch übersetzt. Gemeint ist mit ihm der stark toupierte Hinterkopf à la Amy Winehouse. Und der ist gerade wieder in aller Munde.

von
Malin Mueller

Schon unsere Grosis wussten: Irgendwann kommt alles zurück. Dieses Jahr konnten wir das schon ein paar Mal live miterleben. Erst holten Kim Kardashian und Bella Hadid dunkel umrandete Lippen zurück in unser Gedächtnis, dann schlangen sich Influencer Hüftgürtel um die mit Bedacht ausgewählten Outfits, als wäre es 2005 und schliesslich fand sogar J.Lo den Weg zurück zu(m) Altbekannten. Zeit für eine Verschnaufpause? Von wegen! Stattdessen holen jede Menge Celebrities den Toupierkamm wieder aus dem Badezimmerschrank und bringen damit den Bouffant zurück. Das ist die Toupier-Frisur, die Marie Antoinette in den 1770ern, Brigitte Bardot und die Ronettes in den 60ern und zuletzt Amy Winehouse in den 2010er-Jahren berühmt gemacht hatten. Von einem neuen Trend kann also nicht die Rede sein, dafür von einem mit Bestand.

Promi-Liebling

Einen Moment lang hat es dieses Mal allerdings gedauert, bis es für ein Comeback reichte. In den letzten Jahren war der Look nie weit über den Laufsteg hinausgekommen. Mal ein Mini-Bouffant hier und da, mehr war nicht zu holen. Und ganz plötzlich reihen sich jetzt Anya Taylor-Joy, Aimee Lou Wood, Dua Lipa, Lady Gaga und Ariana Grande in die Reihe der Toupier-Liebhaber ein. Was ist passiert?

Die neue Lust aufs Styling

«Mich hat die Rückkehr auch überrascht», berichtet Esra Kaymak, die als Stylistin und Coiffeuse im Zürcher Salon Drycut arbeitet. «Was Haare angeht, waren die Trends, die in letzter Zeit wieder aufgeflammt sind, sehr natürliche, die kaum Styling brauchen. Der toupierte Hinterkopf hingegen kommt ja schon mit etwas Aufwand daher. Vielleicht hatten die Leute nach Corona einfach mal wieder Lust auf einen Look mit Wow-Effekt.»

So gelingt der Look daheim

Wer nun zu Hause selbst Hand anlegen will, dem gibt Esra ein paar Tipps mit auf den Weg: «Ganz wichtig: Das Haar sollte nicht frisch gewaschen sein und nicht zu weich. Spülung, Kuren oder Haaröl sollten vor Toupierfrisuren vermieden werden. Produkte wie Trockenshampoo, Volumenspray oder Volumenpuder sind dafür super, um die Textur der Haare griffiger zu machen und mehr Halt zu gewährleisten.

Dann geht es ans Eingemachte: «Der Teil der Haare, der toupiert werden soll, sollte in ein bis zwei Zentimeter breite Partien unterteilt werden, je nachdem, wie fein oder dick die eigene Mähne ist. Für besonders starken Halt werden die einzelnen Strähnen vorher mit etwas Haarspray besprüht und dann mit einem Toupierkamm oder einer Toupierbürste von unten, direkt am Ansatz antoupiert. Von hier aus kann man sich langsam hocharbeiten und zwischendurch prüfen, wie stark der Effekt bereits ist.»

Auch fürs Finish gibt es noch einen Rat: «Das Deckhaar niemals mit toupieren. Es wird am Schluss über die gestylten Partien gelegt und verdeckt so den Rest, der schnell mal etwas durcheinander aussehen kann.»

Vorsicht vor dem Übermass

Toupierte Frisuren funktionieren übrigens umso besser, je strukturierter das Haar von Natur aus ist – ein Look für jeden Tag sind sie aber in keinem Fall. Die Stylistin warnt: «Die Haare werden aufgeraut und die Schuppenschicht geöffnet. Damit sind sie anfälliger für äusserliche Einflüsse wie Sonne oder Haarspray. Ausserdem trocknen sie schneller aus und neigen eher zu Haarbruch.» Wer ohnehin schon sehr beanspruchte Haare hat, sollte sich den Trend daher besser zweimal überlegen. Alle anderen beschränken sich bei der XXL-Frisur auf besondere Anlässe.

Ariana Grande outet sich in ihrem Musikvideo zu 34+35 als Bouffant-Fan

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Youtube/ArianaGrandeVevo

Back to normal

Bleibt noch eine Frage: Wie werden wir den toupierten Look am Ende des Abends wieder los? «Stück für Stück, Partienweise und gaaanz vorsichtig», mahnt Esra. «Man sollte sich immer von den Haarspitzen hoch zum Ansatz arbeiten und eine weiche Bürste oder einen grobzinkigen Kamm benutzen.» Wer andersherum beginnt, zieht die Knoten nur weiter nach unten und macht es noch schwieriger, sie wieder zu lösen. Im schlimmsten Fall reissen wir uns mit der falschen Technik ausserdem jede Menge Haare aus – und das ist wirklich kein Haar-Trend wert.

Was hältst du vom Trend zu Toupier-Frisuren? Verrate es uns in den Kommentaren!

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