Playvetia: Ab sofort wird auf Schweizerdeutsch gezockt
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PlayvetiaAb sofort wird auf Schweizerdeutsch gezockt

Let's Player sprechen jetzt, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist: Auf dem neuen Game-Channel Playvetia dreht sich alles ums «Geimä» – in Mundart.

von
jag
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Die Playvetier: Lonya, Fizzzo42, SorahGames, Initator Manuel Oberholzer, Swiss_CIT, Hadek und Airscope (v.l.).

Die Playvetier: Lonya, Fizzzo42, SorahGames, Initator Manuel Oberholzer, Swiss_CIT, Hadek und Airscope (v.l.).

Jan Graber
MultidissimoTV gehört in der Schweiz zu den erfolgreichsten Streamern, er zählt derzeit über 20'000 Abonnenten auf Twitch.tv.

MultidissimoTV gehört in der Schweiz zu den erfolgreichsten Streamern, er zählt derzeit über 20'000 Abonnenten auf Twitch.tv.

In der mittleren Liga mit über 7000 Followern spielt Sorah, die sich nebenbei auch als Cosplayerin ablichten lässt.

In der mittleren Liga mit über 7000 Followern spielt Sorah, die sich nebenbei auch als Cosplayerin ablichten lässt.

Paolo Hummel

Let's Player geniessen bei Gamefans derzeit eine Beliebtheit, die klassische Videospiel-Medien vor Neid erblassen lässt: Die Videostreamer, die auf Youtube, Twitch.tv und anderen Videokanälen live Games zocken und ihr Handeln mehr oder minder witzig kommentieren, ziehen Abertausende von Fans in ihren Bann. Felix Kjellberg, besser bekannt unter dem Pseudonym PewDiePie, hat auf Youtube derzeit 52 Millionen Abonnenten.

In der Schweizer Szene sehen die Zahlen etwas bescheidener aus. Der einheimische Let's Player Multidissimo bringt es auf dem Game-Streamingdienst Twitch.tv derzeit zwar auf rund 22'000 Fans. Andere haben hingegen zwischen 1000 und 2000 Abonnenten oder müssen sich mit ein paar hundert Fans begnügen. «Wie im Bereich des eSports hinkt die Schweiz auch beim Game-Streaming hinterher», sagt Manuel Oberholzer, Mitbegründer der Schweizer eSport-Agentur MYI Entertainment. Sein Ziel: Die eSport- und Let's-Play-Szene hierzulande voranzutreiben.

Kurzerhand hat er 16 Schweizer Let's Player zusammengetrommelt – die meisten kannten sich untereinander vorher noch nicht – um gemeinsam den Game-Channel Playvetia ins Leben zu rufen. Darauf sollen nun jeden Abend zwischen 20 und 22 Uhr Videoinhalte aller Art zum Thema Games angeboten werden – und dies auf Schweizerdeutsch. Die sogenannten Playvetier zählen darauf, dass sie hauptsächlich Schweizer Zuschauer ansprechen, wenn sie Games in Mundart kommentieren und besprechen. «Internationale Let's Player gibt es schon genug», sagt Oberholzer.

Neben den klassichen Let's-Play-Sendungen erhofft er sich auch neue Inhalte, die durch die Vernetzung der Schweizer Let's Player entstehen. Zum Start-Wochenende, an dem am Samstag und Sonntag jeweils schon ab morgens um 8 Uhr gesendet wird, sind beispielsweise auch Talkshows geplant. «Wir bieten mit Playvetia ein Feld, um sich frei auszutoben», sagt Oberholzer. Der Zirkel der Game-Streamer soll denn auch nicht geschlossen bleiben – auch Neulinge können sich nach dem Start melden und erhalten allenfalls einen Sendeplatz.

Die Playvetier, die aus allen Ecken der Deutschschweiz stammen, arbeiten ausschliesslich von zu Hause aus; ein gemeinsames Studio existiert – zumindest zu Beginn – nicht. Auch Entschädigungen gibt es für die Streamer zunächst nicht. Langfristig erhofft sich Oberholzer jedoch, Playvetia über Werbung und Sponsoren finanzieren zu können.

«Playvetia»

Der Gamechannel «Playvetia» sendet live an sieben Tagen in der Woche zwischen 20 und 22 Uhr auf Twitch.tv. Danach sind die Sendungen, aber auch Zusammenschnitte, Kompilationen von Highlights und andere Inhalte auf dem «Playvetia»-Kanal von Youtube.com abrufbar. Während der Grossteil der Inhalte aus Let's-Play-Runden besteht, sollen im Lauf der Zeit neue Inhalte geschaffen werden.

Das «Playvetia»-Team besteht derzeit aus 16 Let's Playern, im Alter zwischen 18 und 40 Jahren, darunter zwei weibliche Gamerinnen.

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