Aktualisiert 13.02.2019 08:19

Swisscom und SaltAb wann lohnen sich Abos mit Roaming-Flatrate?

Swisscom und Salt bringen Abos ohne Roaming-Gebühren. Sie lohnen sich preislich aber für die wenigsten, stellen Telecom-Experten fest.

von
R. Knecht

Die Roaming-Flatrates von Swisscom und Salt sind immer noch sehr teuer, sagt Telecom-Experte Jean-Claude Frick. (Video: 20min)

Nachdem die Swisscom kürzlich das Ende von Roaming-Gebühren verkündet hat, zieht nun auch Salt nach: Der Telecom-Anbieter lanciert ein Abo, bei dem Roaming in der EU, den USA und Kanada inbegriffen ist.

Bei Salt kostet das Abo ohne Roaming-Gebühren standardmässig 90 Franken im Monat, bei der Swisscom sind es 80 Franken. Lohnt sich das überhaupt? Nur in seltenen Fällen, findet der Telecom-Experte Ralf Beyeler vom Vergleichsdienst Moneyland: Er hat für 20 Minuten die Preise verglichen und festgestellt, dass Swisscom-Kunden mit der Inland-Flatrate «Swiss mobile flat» billiger fahren, solange sie nicht mehr als 10 Gigabyte Roaming-Daten pro Jahr in Europa benutzen.

«10 Gigabyte Roaming ist eine grosse Datenmenge, die kaum ein Kunde effektiv erreichen dürfte», so der Experte. Möglich sei es aber, etwa wenn man auch in den Ferien dauernd Videos streame.

Abos lohnen sich nur für Vielreisende

Bei Salt müssten Kunden noch mehr im Ausland surfen, bevor sich der Wechsel von der Inland-Flatrate «Plus Swiss» lohnt: «Erst ab 25 Gigabyte Roaming pro Jahr wird die ‹Plus Europe›-Flatrate für den Kunden interessant», sagt Beyeler. Damit lohnen sich die Roaming-freien Abos eigentlich nur für Vielreisende.

Selbst für einen Vielsurfer, der monatlich 60 Gigabyte Daten nutzt, zehn Gespräche à 3 Minuten führt sowie jährlich zwei Wochen Ferien in Spanien verbringt und dabei 30 Gigabyte Roaming-Daten nutzt, wären die Angebote von Swisscom und Salt nicht die günstigsten. Wie der Vergleich von Beyeler zeigt, könnte der Vielsurfer mit der Billigmarke Wingo der Swisscom einen leicht besseren Preis erzielen, wenn er ein aktuelles Sonderangebot und Datenpakete im Wert von 500 Franken wählt (siehe Tabelle).

Bei Gelegenheitsnutzern, die 2 Gigabyte im Monat brauchen, monatlich zehn dreiminütige Gespräche führen und während zwei Wochen Spanienferien für 1 Gigabyte roamen, kommen die neuen Abos preislich erst recht nicht in Frage. Sowohl die Swisscom als auch Salt bieten Abos, die diese Leistung zur Hälfte des Preises der neuen Angebote erbringen. Wingo kommt sogar auf einen Drittel.

«Man muss sich keine Sorgen wegen Horrorrechnungen machen.»

Ralf Beyeler, Telecom-Experte bei Moneyland. (Bild: Moneyland)

Einen Vorteil bieten die neuen Abos von Salt und Swisscom laut Beyeler aber: Dadurch, dass Roaming nicht mehr speziell abgerechnet wird, müssen sich Kunden nicht mehr um das Dazubuchen der geeigneten Optionen kümmern. «Hier sind die neuen Abos von Swisscom und Salt wirklich praktisch, denn zum monatlichen Pauschalpreis kann man innerhalb von Europa reisen und muss sich keine Sorgen machen, dass plötzlich eine Horrorrechnung im Briefkasten liegen wird», so Beyeler.

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