Aktualisiert 23.10.2003 10:54

Abbau: Swisscom streicht 655 Stellen

Die Swisscom will kräftig sparen: Sie streicht 655 Vollzeitstellen. Dies entspricht 4 Prozent des heutigen Stellenbestandes. Die Gewerkschaften bedauern den Abbau, bezeichnen den Sozialplan aber als «gut».

Von den Stellenstreichungen betroffen sind Swisscom Fixnet mit 260, Bluewin mit 40, Swisscom IT Services mit 300 und Swisscom Immobilien mit 55 Arbeitsstellen, wie die Swisscom am Donnerstag mitteilte.

Fallende Preise, fehlende Wachstumsmöglichkeiten in der Schweiz sowie hoher Investitionsbedarf seien die Gründe für den Abbau. Trotz gesunder Finanzen wolle die Swisscom aber für die Zukunft gerüstet sein, erklärte Pressesprecher Sepp Huber auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Abbau und Neuausrichtung

So streicht Swisscom Fixnet im kommenden Jahr 260 von insgesamt 7800 Stellen. Damit reagiere Swisscom auf die zunehmende Konkurrenz, den rückläufigen Umsatz und die Auswirkungen der Regulierungen, schreibt das Unternehmen. Der Immobilienbereich SIMAG baut bis Ende 2004 rund 55 von 400 Stellen ab.

Bei Bluewin werden die 340 Vollzeitstellen um 40 reduziert. Der Internet-Provider will sich neu ausrichten: Die Bereiche Internet- Zusatzdienste, Portal sowie zentrale Dienste werden umstrukturiert und das Angebot gestrafft.

Die Informatik-Dienstleisterin Swisscom IT Services wird ebenfalls umorganisiert. Das Unternehmen will sich ab 2004 auf die Branchen Telekommunikation, Finanzdienste und weitere ausgewählte Segmente konzentrieren. 300 Stellen sollen gestrichen werden. Die Geschäftsleitung wird zudem von zehn auf sechs Personen reduziert.

Möglichst wenig Entlassungen

Die Gewerkschaften Kommunikation und transfair bedauern, dass die Swisscom-Gruppe weitere Stellen streicht. Angesichts der schlechten allgemeinen Wirtschaftslage und der gesunden Finanzen solle die Swisscom aber mit den Sozialpartnern alles unternehmen, um die Zahl der Entlassungen möglichst gering zu halten.

Über natürliche Fluktuationen, die interne Besetzung von freien Stellen sowie noch auszuhandelnde Arbeitszeitmodelle möchte dies Swisscom nach eigenen Angaben erreichen. Gemeinsam mit den Sozialpartnern sei auch der Sozialplan, den die Gewerkschaften als «gut» bezeichnen, um zwei Jahre (bis Ende 2005) verlängert worden.

Swisscom habe seit 1998 über zwei Mrd. Franken in den Sozialplan investieren können, sagte Pressesprecher Huber: «Während 12 bis 18 Monaten erhalten die Betroffenen den vollen Lohn.»

Vor allem Bern betroffen

Welche Regionen vom Abbau am meisten betroffen sind, steht laut Huber noch nicht genau fest. Im Kanton Bern wird die Swisscom aber mindestens 150 Arbeitsplätze streichen.

Für den Wirtschaftsstandort Bern sei dies «eine bittere Pille», teilte die Volkswirtschaftsdirektion mit. Die Swisscom-Gruppe mit Hauptsitz in Bern sei und bleibe mit rund 6000 Beschäftigten einer der wichtigsten Arbeitgeber.

An der Börse hielt sich die Swisscom-Aktie besser als der Markt. In der ersten Handelsstunde sank der Titel um 0,13 Prozent während der SMI-Index um 1,25 Prozent nachgab. (dapd)

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