In Basel voll integriert: Abdul – vom Flüchtling zum Musterlehrling
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In Basel voll integriertAbdul – vom Flüchtling zum Musterlehrling

Der Afghane Abdul Bais Chinjani (28) kam nach vierjähriger Flucht 2012 nach Basel. Jetzt ist er im vierten Lehrjahr zum Elektroinstallateur – und voller Pläne.

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stv/lha
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Abdul Bais Chinjani (28) ist 2012 von Kabul nach Basel geflüchtet.

Abdul Bais Chinjani (28) ist 2012 von Kabul nach Basel geflüchtet.

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Momentan arbeitet er im 4. Lehrjahr als Elektroinstallateur bei Elektro Basilisk.

Momentan arbeitet er im 4. Lehrjahr als Elektroinstallateur bei Elektro Basilisk.

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Nach seiner LAP möchte er sich weiterbilden. «Elektroplanung würde mich interessieren», sagt Chinjani.

Nach seiner LAP möchte er sich weiterbilden. «Elektroplanung würde mich interessieren», sagt Chinjani.

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In der Berufsschule ist Abdul Bais Chinjani der Klassenälteste. Der 28-jährige Afghane flüchtete 2008 aus Kabul und landete vier Jahre später in Basel. Jetzt ist er im vierten Lehrjahr zum Elektroinstallateur. «Abdul ist ein Musterlehrling», sagt sein Lehrmeister Gionatan Sindaco. «Er zeigt grossen Willen und seine Lehrer sind begeistert.»

Chinjani klopfte 2012 bei Elektro Basilisk an die Türe und stellte sich vor. «In gebrochenem Deutsch fragte er, ob er bei uns arbeiten kann», erzählt Sindaco. Da war Chinjani erst ein halbes Jahr in der Schweiz. «Als ich im Asylheim war, besuchte ich als erstes einen Deutschkurs», sagt Chinjani. Seinen künftigen Arbeitgeber beeindruckte das – man bot ihm ein Praktikum an, anschliessend bekam er die Lehrstelle.

Der Betrieb wurde zur Familie

Dafür musste Chinjani zuerst die Abschlussprüfung auf Sekundarniveau bestehen. Doch der Afghane weiss, wie man lernt: In Kabul hatte er Agrarwissenschaften studiert, flüchtete aber, bevor er abschliessen konnte. In der Berufsschule glänzt er mit einem Notenschnitt über 5. Nur bei Sprachen und Allgemeinbildung hapere es noch ein bisschen. «Da habe ich nur eine 4,5», erzählt er. Chinjani möchte sich nach der Lehrabschlussprüfung nächstes Jahr auf seinem neuen Beruf weiterbilden.

Durch die Lehre fand Chinjani auch sozialen Anschluss in Basel. Und aus den Mitarbeitern bei der Elektro Basilisk wurden Freunde. «Sie sind wie eine Familie für mich», sagt er.

Seine Familie in Afghanistan hat er seit 2008 nur noch über Skype gesehen. Nach seiner langen Flucht möchte Chinjani in Basel sesshaft werden und hier eine eigene Familie gründen. Die Aufenthaltsbewilligung B hat er bereits beantragt.

Basler Erwerbsquote über Schweizer Schnitt

Bei seiner beruflichen Integration wurde Chinjani von der Sozialhilfe begleitet, bei der sich ein Team um die Arbeitsintegration vorläufig Aufgenommener und Flüchtlinge kümmert. «Die Motivation von Flüchtlingen, zu arbeiten und Geld zu verdienen, ist grundsätzlich hoch», sagt Amtsleiter Ruedi Illes. Allerdings seien nicht alle gewillt, eine Berufslehre zu machen. Der tiefe Lohn schrecke einige ab. «Gerade Ältere suchen sich lieber einen Hilfsjob, bei dem sie mehr verdienen», so Illes.

Die Bemühungen der Behörden, Flüchtlinge beruflich zu integrieren, tragen Früchte. In Basel sind über 32 Prozent der Vorläufig Aufgenommenen und Flüchtlinge erwerbstätig, das ist deutlich über dem nationalen Schnitt.

Motivierte Flüchtlinge, zufriedene Arbeitgeber

Flüchtlinge, die den Weg in eine Lehre schaffen, seien dafür in der Regel hoch motiviert, einen Abschluss zu machen. «Das bekommen wir auch von den Arbeitgebern immer wieder zu hören», so Iles. Die Sozialhilfe bemüht sich denn auch zusammen mit dem Gewerbeverband, potentielle Ausbildungsbetriebe für Flüchtlinge zu finden. Auf einen Flyerversand habe es zahlreiche Anfragen von Firmen gegeben. Die Hürden für die Betriebe sind denn auch tief. «Wir hatten keinen Aufwand, das hat alles das Migrationsamt geregelt», sagt Sindaco.

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