Vor der Stichwahl: Abdullah will Köpfe rollen sehen
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Vor der StichwahlAbdullah will Köpfe rollen sehen

Vor der zweiten Runde der Präsidentenwahl in Afghanistan hat der Herausforderer Abdullah Abdullah die Entlassung des Vorsitzenden der Wahlkommission (IEC) gefordert. Der IEC-Chef Asisullah Ludin ist ein früherer Berater des Präsidenten Hamid Karsai.

Um eine «freie und faire» Stichwahl am 7. November zu ermöglichen, müssten Ludin sowie drei Minister abgelöst werden, sagte Abdullah am Montag in der Hauptstadt Kabul. Die drei Ministern hätten mit ihrer Wahlunterstützung für Karsai gegen das Gebot der Unparteilichkeit verstossen.

Er macht die IEC sowie Teile der Kabinetts für massive Wahlfälschungen zugunsten von Amtsinhaber Karsai im ersten Wahlgang Ende August verantwortlich. Die IEC hat die Vorwürfe zurückgewiesen und lehnt einen Wechsel an ihrer Spitze ab. Abduallah unterlag bei der Wahl deutlich.

Wenn seinen Bedingungen entsprochen werde, könnten seine Anhänger das Wahlergebnis akzeptieren, sagte der Ex-Aussenminister weiter. «Unabhängig davon, wer gewinnt und wer verliert.» Die Regierung habe fünf Tage Zeit, um auf die Forderung zu reagieren. Zu möglichen Konsequenzen im Falle einer Ablehnung äusserte sich Abdullah nicht.

Nach Bekanntwerden der Wahlmanipulationen musste die IEC das zunächst veröffentlichte vorläufige Endergebnis von 54,6 Prozent für den Amtsinhaber auf unter 50 Prozent korrigieren. Dennoch lag Karsai auch nach Abzug gefälschter Stimmen noch fast 20 Prozentpunkte vor Abdullah. Er geht damit als Favorit in die Stichwahl. (sda)

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