Aktualisiert 12.02.2015 16:47

Staaten-Blog

Abenteuer und Camping gibt es nicht nur in Alaska

Wer sich in der Natur zu Hause fühlt und gerne steuerfrei einkauft, ist in New Hampshire am richtigen Ort. Hier lebt man nach dem Motto «Lebe frei oder stirb».

von
Pascal Meister
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Das Omni Mount Washington Hotel in den Appalachen wurde zwischen 1900 und 1902 ü?r damals 1.7 Millionen Dollar erbaut (entspricht heute 44 Millionen). Alle US Präsidenten seit Theodore Roosevelt (1904) spielten hier bereits eine Runde Golf auf der eigens für das Hotel gebauten Freizeitanlage. Noch lieber als im Luxushotel schlafen die Einheimischen in New Hampshire aber auf dem Campingplatz.

Das Omni Mount Washington Hotel in den Appalachen wurde zwischen 1900 und 1902 ü?r damals 1.7 Millionen Dollar erbaut (entspricht heute 44 Millionen). Alle US Präsidenten seit Theodore Roosevelt (1904) spielten hier bereits eine Runde Golf auf der eigens für das Hotel gebauten Freizeitanlage. Noch lieber als im Luxushotel schlafen die Einheimischen in New Hampshire aber auf dem Campingplatz.

P. Meister
Aussicht auf den Lake Winnipesaukee. 1872 wurde darin der ein mysteriöser ei-förmiger Stein gefunden, mit seltsamen Symbolen darin eingeritzt. Das Artefakt soll mehrere hundert Jahre alt sein und ein Vertrag zwischen zwei Stämmen darstellen. Die Echtheit ist umstritten, doch die Bewohner von New Hampshire sehen ihn als prähistorisches Artefakt.

Aussicht auf den Lake Winnipesaukee. 1872 wurde darin der ein mysteriöser ei-förmiger Stein gefunden, mit seltsamen Symbolen darin eingeritzt. Das Artefakt soll mehrere hundert Jahre alt sein und ein Vertrag zwischen zwei Stämmen darstellen. Die Echtheit ist umstritten, doch die Bewohner von New Hampshire sehen ihn als prähistorisches Artefakt.

P. Meister
Live free or die: Das offizielle Motto des Bundesstaates findet sich auch auf den Autoschilder wieder. Urheber der Formulierung war der General John Stark, New Hampshires bekanntester Soldat im Unabhängigkeitskrieg. Da er 1809 im Alter von 81 Jahren nicht mehr an den Veteranentreffen teilnehmen konnte, sendete er einen Brief an seine Kameraden der mit den Worten schloss.

Live free or die: Das offizielle Motto des Bundesstaates findet sich auch auf den Autoschilder wieder. Urheber der Formulierung war der General John Stark, New Hampshires bekanntester Soldat im Unabhängigkeitskrieg. Da er 1809 im Alter von 81 Jahren nicht mehr an den Veteranentreffen teilnehmen konnte, sendete er einen Brief an seine Kameraden der mit den Worten schloss.

P. Meister

Berlin, Hanover, Londonderry, Manchester, Windsor, Portsmouth; wer durch New Hampshire reist, weiss stets, auf welchen europäischen Siedlerspuren er sich bewegt. Naturverbundene Menschen kommen hier voll auf ihre Kosten. Berge, Seen, Täler, so weit das Auge reicht. Man muss nicht bis nach Alaska reisen, um abenteuerliche Wander- und Campingtouren zu erleben. In den White Mountains befindet man sich mitten in den Appalachen, einer Gebirgskette, die sich über 2400 Kilometer durch den Osten der USA schlängelt. Die welterste Zahnradbahn bringt Wanderfreunde auf die Gipfel der Berge und in eine Chalet-Bergwelt, welche den Hütten in den Schweizer Alpen nachempfunden sind. Die vielen kleinen Bed and Breakfast werden jedoch von einem monumentalen Hotelkomplex überragt: dem Omni Mount Washington Hotel, einem idyllischen Resort, welches 1902 fertiggestellt wurde und als beliebter Rückzugsort für amerikanische Präsidenten dient. Aber auch normalsterbliche Menschen können sich hier eine Übernachtung leisten.

Ferien im Zelt sind das Nonplusultra

Für die Menschen aus New Hampshire sind Campingferien mit der Familie so wichtig wie das Amen in der Kirche. Prunk und hohe Preise passen nicht in ihr «Live free or die»-Motto. Die friedliche Atmosphäre im Staat gefiel auch Poet Robert Frost, welcher sich hier über Jahre hinweg einnistete und der Bevölkerung ein eindrückliches Erbe hinterliess.

Südlich des White Mountain Nationalparks liegt mit dem Lake Winnipesaukee einer der grössten Seen der USA. Im Winter findet hier ein typisch neuengländisches Hobby statt, das Eisfischen. Um das Loch im Eis herum erzählt man sich die neusten Geschichten, und führt die eigenen Kinder in die Geheimnisse dieser Freizeitbeschäftigung ein. Im Sommer geht man mit den Kindern ebenfalls an den See, aber dann stehen Bootsfahrten, Schwimmen und das Zelten an den Ufern des Sees hoch im Kurs.

Nicht alle Touristen kommen jedoch der Natur wegen.

Shopping, bis der Arzt kommt

In New Hampshire ist Shoppen bis zum Umfallen gut möglich. Denn im Staat fallen keine Mehrwertsteuern an. Der Preis auf dem Etikett gilt. Ob im bekannten Tanger Outlet oder in den vielen hübschen Geschenk- und Kleiderboutiquen, hochqualitative Souvenirs finden sich überall. Vor allem im historischen Städtchen Portsmouth verweilt man eine halbe Ewigkeit, dies nicht nur wegen den Einkaufsmöglichkeiten. Portsmouth wurde vom «Forbes Travel Guide» als eine der schönsten Städte Amerikas gelistet. Viele kleine Gassen und ganze Strassen mit alten historischen Gebäuden locken Touristen aus der ganzen Welt in den 21'000-Einwohner-Ort.

Für viele Amerikaner fast in Vergessenheit geraten, aber für die menschenfreundliche Bevölkerung von New Hampshire ungemein wichtig, ist das Dartmouth College. Die Ivy League Universität wurde 1769 zunächst als Schule für Indianer gegründet, nachdem einer der ersten Studenten, Samson Occom vom Stamm der Mohegan, ein Grundkapital durch Spenden anhäufen konnte. Die historische Verwurzelung der Idee von Freiheit und Unabhängigkeit in den USA hat mit New Hampshire, als Mitglied der ersten 13. Kolonialstaaten eine lange Tradition. Nicht umsonst leben die Einwohner heute noch das 216 Jahre alte Staatsmotto «Lebe frei oder stirb». Der Tod ist in New Hampshire eben nicht das schlimmste Übel.

USA-Kenner

Der 29-jährige Pascal Meister hat mehrere Jahre in den USA gelebt und gearbeitet. 2006 ist er die legendäre Route 66 abgefahren und hat auf seinen alljährlichen USA-Besuchen mittlerweile das ganze Land bereist. In loser Folge berichtet er über die Eigenheiten, Schönheiten und Besonderheiten der 50 Bundesstaaten.

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