Abfallgebühr soll sinken – Stadt Thun macht es vor

Aktualisiert

Abfallgebühr soll sinken – Stadt Thun macht es vor

Hohe Abfallgebühren als Dauerthema im Kanton Bern. Die Stadt Thun macht nun plötzlich die Kehricht-Kehrtwende und will die Preise um 15 Prozent senken.

von
Patrick Marbach

Die Beharrlichkeit von Patric Bhend (SP) zahlt sich hauptsächlich für Familien aus: «Eine Studie des Preisüberwachers hat gezeigt, dass Thun bei den Abfallgebühren für einen vierköpfigen Haushalt schweizweit an der Spitze liegt», erklärt der 32-jährige Stadtrat. Doch die Regierung liess ihn zuerst ins Leere laufen: «Eine Gebührensenkung liege kaum drin, bekam ich auf meinen ersten Vorstoss vor drei Monaten zur Antwort», sagt Bhend. Weil er den Verdacht hatte, dass sein Vorschlag nicht seriös geprüft worden war, hakte er nach.

Und siehe da: Die Stadt muss eingestehen, dass sie mit dem Abfall jährlich über eine halbe Million Franken Gewinn macht. Sie ist jetzt bereit, die Grundgebühren ab Ende Jahr zu senken. Dies vor allem deshalb, weil auch die Firma Avag, die in grossen Teilen des Bernbiets für die Abfallverwertung zuständig ist, ihre Preise senkt.

Es ist gut möglich, dass der Thuner Entscheid Signalwirkung für andere Gemeinden hat. In der Stadt Bern schlägt die SVP vor, Abfallsäcke als Werbefläche zu verkaufen, damit man dank Zusatzeinnahmen die Gebühren senken kann.

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