Abfallsäcke schwimmen durch Neapel
Aktualisiert

Abfallsäcke schwimmen durch Neapel

Heftige Niederschläge haben in den vergangenen beiden Tagen den Abfallnotstand in der süditalienischen Metropole verschärft.

Die Strassen des Vororts Pianura, in dem es vergangene Woche zu Krawallen wegen der Wiedereröffnung einer Mülldeponie gekommen war, standen unter Wasser, tausende Müllsäcke schwammen herum. Autofahrer hatten Mühe, sich einen Weg zu bahnen. Durch den Regen wurde zumindest der Gestank erträglicher.

Der Regen löschte die vielen Brände von Abfallbergen, die von aufgebrachten Bürger angezündet worden waren. Rund 7000 Tonnen Abfall türmen sich nach Angaben der lokalen Behörden noch auf den Strassen Neapels.

Gesundheitsministerin Livia Turco appellierte an die Regierung, den Müll von den Strassen Neapels sofort zu entfernen. «Die Gesundheit der Bürger ist stark gefährdet», warnte die Politikerin und kündigte strenge Kontrollen an.

«Die im Müll enthaltenen Bakterien gefährden die Bürger nicht direkt. Sie könnten aber wegen ihrer Fermentierung im Boden gefährlich werden. Auch die Verbrennung des Mülls ist keine Lösung, weil schädliche Stoffe in die Luft gelangen», sagte die Ministerin.

Inzwischen kam es in Neapel erneut zu Protesten und Strassenblockaden. Bürger demonstrierten erneut gegen die Wiedereröffnung der Mülldeponie in Pianura. Aus hygienischen Gründen blieben weiterhin mehrere Schulen gesperrt. Über 50 000 Schüler in Neapel und Umgebung haben seit Weihnachten die Schule nicht mehr besuchen können.

(sda)

Deine Meinung