Illegal entsorgt: Abfallsünder werden immer kreativer
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Illegal entsorgtAbfallsünder werden immer kreativer

Viele Luzerner entsorgen ihren Hausabfall in öffentlichen Eimern. Abfalldetektive finden dabei seltsame Dinge.

Ein Werkhofmitarbeiter untersucht illegal entsorgten Abfall. Kleines Bild: All dies wurde in Mülleimern entdeckt.

Ein Werkhofmitarbeiter untersucht illegal entsorgten Abfall. Kleines Bild: All dies wurde in Mülleimern entdeckt.

Müllsünder haben die öffentlichen Abfalleimer entdeckt: Jeden Tag finden Werkhofmitarbeiter bis zu 100 Säckli mit Haushaltgüsel, die dort illegal entsorgt werden. «Früher wurden schwarze Gratissäcke an den Strassenrand gestellt, heute nutzen Sünder vor allem die öffentlichen Eimer», so der städtische Abfallberater Othmar Fries. Die Stadt versuche alles, um die Verursacher zur Rechenschaft zu ziehen: «Güseldetektive» untersuchen den illegalen Müll nach Spuren, die auf den Verursacher hinweisen. Allein im Jahr 2011 beanstandete die Stadt Luzern 2 412-mal unkorrekten Abfall, 500 Fälle mehr als 2010.

«Letztlich sind es ein bis zwei Prozent der Bevölkerung, die grosse Kosten verursachen», sagt Strasseninspektor Bernhard Jurt. So müssen manche Eimer wegen Abfallsündern bis zu viermal täglich geleert werden. Ein besonderes Ärgernis sind Essensreste, die auch Tiere anziehen. Entsorgt wird aber noch vieles mehr: «Es gibt praktisch nichts, was ich nicht schon gefunden hätte», sagt Werkhofmitarbeiter Hans Baumeler: Dildos, Pornohefte, Gebisse, ein ganzer Schinken oder der noch eingepackte Abfuhrplan, der die legale Entsorgung erklären würde. Ein Abfallsünder hinterlässt jeweils sogar Kot in seinem illegal entsorgten Abfall.

«Güseldetektiv» Othmar Fries geht den Delikten nach: «Es ist wie ein Spiel – die Leute versuchen immer etwas cleverer zu sein als wir. Früher oder später machen wir aber fast jeden Güselsünder ausfindig.» Dann wirds teuer: Die Rechnung beträgt mindestens 90 Franken. (20 Minuten)

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