Aktualisiert 21.12.2007 12:37

Abgebrannte Musical-Kirche: Aus Geldnot verkauft

Die Bilanz am Tag danach ist verheerend: Der Schaden, der beim Brand in der privaten St. Galler Kirche St. Leonhard entstanden ist, geht in die Millionen. Derweil hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen.

Die Kirche St. Leonhard beim St. Galler Hauptbahnhof wird seit 1995 nicht mehr für Gottesdienste genutzt. St. Leonhard diente vorübergehend als ökumenische, offene City-Kirche. 2005 wurde das Gotteshaus an einen Privaten verkauft.

Die 1887 im neugotischen Stil erbaute Kirche St. Leonhard stammt aus einer Zeit, als St. Gallen eine blühende Handelsstadt war. Mit dem imposanten Kirchturm wurde am westlichen Stadtrand ein Zeichen gesetzt, eine Art Obelisk.

Bis 1995 wurde St. Leonhard von der reformierten Kirche genutzt. Danach erhielt die Kirche eine neue Funktion: Als ökumenische City-Kirche beherbergte sie ein vielfältiges Programm kirchlicher und kultureller Veranstaltungen mit rund 15 000 Besuchern pro Jahr.

Geld für Renovation fehlte

Im Herbst 2004 beschloss die Kirchgemeinde den Verkauf des Gotteshauses. Der Kirchgemeinde fehlte das Geld für eine dringend nötige Renovation der unter Denkmalschutz stehenden Kirche. Über eine Immobilienfirma wurde sie im Internet zum Verkauf ausgeschrieben.

Im Winterthurer Architekten Giovanni Cerfeda wurde 2005 ein Käufer gefunden. Cerfeda erwarb St. Leonhard für 40 000 Franken. Er stellte eine Sanierung der Kirche für mehrere Millionen Franken in Aussicht und präsentierte ein Grobkonzept für die künftige Nutzung als Kulturzentrum.

Die Pläne wurden bisher jedoch nicht verwirklicht. Zeitweise stand die Kirche St. Leonhard leer. Zuletzt diente die Kirche als Musical-Bühne für die erfolgreiche Produktion «Sister Act».

Ermittlungen laufen

Spezialisten der St. Galler Kantonspolizei haben derweil Ermittlungen zur Klärung der Brandursache aufgenommen. Doch bis Ergebnisse vorliegen, werden noch Tage vergehen.

Durch den Brand wurde am Donnerstagabend der Dachstock des Gotteshauses vollständig zerstört. Die darunter liegende gemauerte Kuppel blieb intakt, wie die Feuerwehr am Freitagmorgen informierte. Es bestehe keine grosse Einsturzgefahr, sagte Feuerwehrkommandant Hanspeter Schnüriger.

Im Innern der Kirche seien grosse Schäden entstanden, hiess es. Ein Übergreifen der Flammen vom Dachstock auf den Turm der Kirche konnte die Feuerwehr verhindern.

Stadtrat Agostino Cozzio zeigte sich am Freitag vor Ort zufrieden mit dem Löscheinsatz. Rund 200 Feuerwehrleute und vier Hubretter waren beteiligt. Die St. Galler Berufsfeuerwehr erhielt Unterstützung aus Gossau, Rorschach und der Gemeinde Gaiserwald.

Der Sachschaden geht in die Millionen. Genauere Angaben dazu waren noch nicht erhältlich. Vom Dachstuhl der Kirche ragt nur noch ein verkohltes Gerippe in den Himmel. Rundherum liegen kaputte Ziegel. Das Kirchengebäude ist abgesperrt. Im Innern tropft es von der Kuppeldecke, und es riecht nach Verbranntem.

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