Kunsthandel: Abkommen gegen schmutzige eBay-Geschäfte
Aktualisiert

KunsthandelAbkommen gegen schmutzige eBay-Geschäfte

Der Kunstmarkt Schweiz ist dank verschärfter Gesetze transparenter und attraktiver geworden. Um den illegalen Handel mit archäologischen Kulturgütern im Internet zu verhindern, wurde eine Vereinbarung mit eBay unterzeichnet.

Der stellvertretende Direktor des Bundesamts für Kultur (BAK), Yves Fischer, zog an der Jahresmedienkonferenz vom Donnerstag in Bern ein positives Fazit des Kulturgütertransfergesetzes (KGTG). Das Gesetz, das seit drei Jahren in Kraft ist und mit deren Umsetzung die Fachstelle Internationaler Kulturgütertransfer beim BAK betraut ist, verhindert und ahndet den illegalen Handel mit Kulturgütern.

Es habe die Transparenz des Kunstmarktes Schweiz erhöht und seine Attraktivität gesteigert, schreibt das BAK. Seit In-Kraft-Treten beantwortete die BAK-Fachstelle 300 Zollanfragen; in 75 Fällen wurde der Verdacht auf Kulturgüterschmuggel bestätigt. Die erste Rückgabe eines am Zoll sichergestellten, falsch deklarierten Kulturguts erfolgte im vergangenen November. Es handelte sich um ein Tongefäss aus dem zwölften Jahrhundert aus Peru.

Illegales auf eBay verhindern

Im Kampf gegen den illegalen Kulturgüterhandel im Internet hat das BAK in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Polizei und dem Verband der Schweizer Kantonsarchäologen mit der Online-Auktionsplattform eBay eine Vereinbarung unterzeichnet.

Darin erklärt sich eBay dazu bereit, in einer Pilotphase von drei Monaten nur archäologische Kulturgüter zum Verkauf zuzulassen, die über einen Legalitätsnachweis verfügen. Nach dieser Phase sollen die Auswirkungen auf den Internethandel, der in letzter Zeit laut BAK zu einem beliebten Absatzkanal für illegal gehandelte archäologische Kulturgüter geworden ist, ausgewertet und allenfalls weitere Massnahmen getroffen werden.

Referendumsfrist läuft ab

Im Ausblick bezeichnete BAK-Direktor Jean-Frederic Jauslin die Umsetzung der beiden UNESCO-Konventionen über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen und zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes als einen der Schwerpunkte in den kommenden Jahren.

Nachdem die eidgenössischen Räte im letzten März den Weg frei gegeben haben für die Ratifikation der beiden Konventionen, läuft am 10. Juli die Referendumsfrist ab. Unter anderem muss die Schweiz eine Inventarliste des immateriellen Kulturerbes erstellen. Ziel ist es laut BAK, im Januar 2009 mit der Inventarisierung zu beginnen, nachdem geklärt ist, welche Art von Kultur überhaupt unter die Konvention fällt. (dapd)

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