Australisches Minenprojekt: Aborigines statten UBS und CS einen Besuch ab

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Australisches MinenprojektAborigines statten UBS und CS einen Besuch ab

In Australien soll trotz Widerstand eine gewaltige Kohlemine entstehen. Aborigines wollen verhindern, dass Schweizer Banken das Projekt finanzieren.

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ann
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Am beschaulichen Carmichael-Fluss - mitten im Ahnenland der beiden australischen Urvölker Wangan und Jagalingou - will der indische Konzern Adani eine riesige Tagmine erstellen.

Am beschaulichen Carmichael-Fluss - mitten im Ahnenland der beiden australischen Urvölker Wangan und Jagalingou - will der indische Konzern Adani eine riesige Tagmine erstellen.

Greenpeace
Das Abbaugebiet für Kohle liegt im Bundesstaat Queensland im sogenannten Galilee-Becken. Der Adani-Konzern würde zur Erschliessung extra eine Bahnlinie erstellen lassen.

Das Abbaugebiet für Kohle liegt im Bundesstaat Queensland im sogenannten Galilee-Becken. Der Adani-Konzern würde zur Erschliessung extra eine Bahnlinie erstellen lassen.

Grafik: Adani Konzern
Die Kohle würde im Tagbau abgetragen wie in diesem Abbaugebiet von Adani in Indonesien.

Die Kohle würde im Tagbau abgetragen wie in diesem Abbaugebiet von Adani in Indonesien.

Der indische Konzern Adani plant in Australien ein riesiges Minenprojekt: Er will auf einer Fläche von rund 280 Quadratkilometern im Bundesstaat Queensland Kohle im Tagebau fördern. Die Pläne für die grösste Kohlemine Australiens stossen weitherum auf Widerstand – auch bei der australischen Urbevölkerung.

Eine kleine Delegation der Wangan und Jagalingou ist deshalb auf dem Weg in die Schweiz. In Zürich wollen Adrian Burragubba und einige weitere Aborigines die UBS und die Credit Suisse davon überzeugen, das Projekt nicht zu finanzieren. Es geht um ein Investitionsvolumen von rund 15 Milliarden Schweizer Franken.

Zerstörung von heiligen Tieren und Pflanzen

Die riesige Mine, die mit 280 Quadratkilometer Fläche etwa die Grösse des Kantons Genf hätte, befindet sich auf dem Land der Ahnen der Aborigines. Die Mine würde dieses Land unwiederbringlich beschädigen, argumentieren sie in einer Medienmitteilung. Dabei ginge es nicht nur um die Veränderung der Landschaft, sondern auch um die Zerstörung von Wasservorräten, heiligen Pflanzen und Tieren.

Mit ihrer Forderung könnten die Aborigines bei den Schweizer Banken auf offene Ohren stossen. Denn das Megaprojekt gefährdet nicht nur die Region um den Carmichael-Fluss im Galilee-Becken, sondern auch die grosse Touristenattraktion Great Barrier Reef.

Grosse Banken weigern sich zu investieren

Ganz in der Nähe des Weltnaturerbes, das bereits massiv unter verschmutztem Wasser leidet und kontinuierlich schrumpft, will Adani einen neuen Hafen bauen lassen, um die Kohle abzutransportieren. Gegen den zusätzlichen Schiffsverkehr laufen bereits australische Umweltschützer Sturm.

An diesen heissen Kohlen wollen sich darum die meisten Banken die Finger nicht verbrennen. Bereits haben sich 11 Finanzinstitute geweigert zu investieren. Dazu gehören bekannte Namen wie HSBC, Paribas, JP Morgan und die Deutsche Bank.

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