Aktualisiert 27.06.2014 22:40

LeichtathletikAbraham und Spirig holen SM-Gold über 10'000 m

Der eben eingebürgerte Tadesse Abraham und die Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig holten an den Schweizer Meisterschaften über 10'000 m in Uster wie erwartet die Goldmedaillen.

Sowohl Abraham als auch Spirig liessen der nationalen Konkurrenz keine Chance. Der gebürtige Eritreer, am Montagabend aus einem vierwöchigen Trainingslager in Äthiopien zurückgekehrt, verbesserte mit 29:05,62 Minuten die eigene Bestleistung auf der Bahn um beinahe zehn Sekunden. Obwohl das Ziel eine Zeit unter 29 Minuten gewesen war, zog Abraham ein positives Fazit. «Ich bin sehr zufrieden. Ich habe viele Kilometer in den Beinen.» Am Anfang sei das Rennen zu langsam gewesen.

Der erste SM-Titel war für Abraham insofern umso spezieller, als er nach seiner Flucht in die Schweiz im Jahr 2004 in Uster gelandet war. Er hat auf dieser Bahn trainiert und startet noch heute für den LC Uster, obwohl er mittlerweile mit seiner Frau und seinem Sohn in Genf wohnt.

Zur Einbürgerung sagte Abraham: «Es ist sehr schön, dass es geklappt hat. Ich fühle mich als Schweizer, spreche die Sprache, mache alles wie ein Schweizer.» Zudem sei er Profisportler und wolle deshalb an internationalen Meisterschaften starten.

Dieser Wunsch erfüllt sich am 17. August, wenn er an der EM in Zürich im Marathon an den Start gehen wird. Dann gehört er dank seiner 2013 in Zürich erzielten Zeit von 2:07:44 Stunden zu den Topfavoriten. Er könne aber nicht sagen, dass er eine Medaille hole, so Abraham. «Es wird sehr spannend. Ich bin gespannt.» Im Juli geht er für drei Wochen in ein Trainingslager nach St. Moritz, wo er auch mit Viktor Röthlin trainieren wird.

Spirig sprach nach ihrem Sieg (34:01,32) von einem «super Training» für den EM-Marathon. Bis zur Hälfte des Rennens konnte sie sich dank Tempomacherin Fabienne Schlumpf Hoffnungen auf die EM-Limite von 33:30 Minuten machen, auf den zweiten fünf Kilometern war sie jedoch quasi auf sich alleine gestellt. «Es war hart alleine», sagte Spirig. «Von daher war es eine gute Leistung.» Dies umso mehr, als die Zürcher Unterländerin eine Woche zuvor zum vierten Mal Europameisterin im Triathlon geworden war. Daher war die Vorbereitung nicht optimal. Dennoch wollte sie versuchen, die EM-Limite zu unterbieten. «Dafür wäre aber noch mehr Unterstützung notwendig gewesen», so Spirig, die im Juli ebenfalls in St. Moritz trainieren wird. (si)

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