Geldpolitik: Absage von Fed-Chef-Kandidat beflügelt Börse
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GeldpolitikAbsage von Fed-Chef-Kandidat beflügelt Börse

Die Hoffnung, dass die USA ihre ultralockere Geldpolitik weiterführen, hat mit der Absage von Ex-US-Finanzminister Lawrence Summers für den Job des Fed-Chefs neue Nahrung erhalten.

Unter Larry Summers, dem früheren Wirtschaftsberater von US-Präsident Barack Obama, hätte möglicherweise eine restriktivere Geldpolitik gedroht

Unter Larry Summers, dem früheren Wirtschaftsberater von US-Präsident Barack Obama, hätte möglicherweise eine restriktivere Geldpolitik gedroht

Der Verzicht von Lawrence Summers auf die Kandidatur für den Spitzenposten der US-Notenbank hat die asiatischen Aktienmärkte am Montag beflügelt. Die Börsen in den meisten Ländern legten zu. Analysten rechnen nun der Fed-Vizechefin Janet Yellen die grössten Chancen aus, an die Spitze der Notenbank zu wechseln. Experten gehen davon aus, dass in diesem Fall die US-Geldpolitik für eine lange Zeit ultralocker bleiben wird und eine Zinserhöhung noch weiter in die Zukunft rückt.

Der Index für die asiatischen Börsen ausserhalb Japans gewann fast 1,5 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Anfang Juni. Der Index der Börse Taiwan legte um 1,4 Prozent zu. In Indonesien gewannen die Aktien 1,7 Prozent, in Singapur 1,6 Prozent, in Australien 0,6 Prozent. Die Börse in Tokio war wegen eines Feiertags geschlossen. Auch in Europa legten die Börsen zu.

Geldpolitische Taube

Yellen gilt als geldpolitische Taube. Sie dürfte in erster Linie auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt achten und solange weiter aus vollen Rohren schiessen, bis ihre Ziele erreicht seien, sagten Fachleute.

«Die kurzfristigen Zinsen werden länger bei Null bleiben, als man es je für möglich gehalten hat», sagte Chris Rupkey, Chefanalyst bei der Investmentbank Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ. Eine erste Zinserhöhung könnte sogar erst 2016 kommen, wenn Yellen neue Fed-Chefin werde, nicht schon 2015, wie derzeit angenommen.

«Die Fed wird so lange schiessen, bis die Arbeitslosenquote auf das Vollbeschäftigungsniveau gefallen ist, und das heisst, die neue Zielmarke könnte eher bei 5,5 Prozent liegen, nicht bei 6,5 Prozent.»

(sda)

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