Autoindustrie: Absatzkrise trifft alle hart
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AutoindustrieAbsatzkrise trifft alle hart

Der Autoindustrie ging es in den letzten Jahren gesamthaft gut. Das war einmal: Die Finanzkrise trifft den Sektor jetzt so hart, dass kaum ein Autohersteller mehr an schwarze Zahlen glaubt.

Einen grossen Teil zur Autoabsatzkrise steuert der kollabierende US-Markt bei. Der Verkauf von Neuwagen sank in den USA im Oktober um satte 32 Prozent auf den tiefsten Stand der letzten 17 Jahre. In erster Linie litten die US-Marken: Alleine auf dem Heimmarkt musste General Motors (GM) einen Absatzrückgang von 45 Prozent hinnehmen. Die Mitstreiter Chrysler und Ford müssen ebenfalls starke Rückgänge von 35 und 30 Prozent verkraften, wie «Spiegel Online» berichtet.

Auch Japaner verlieren

Die als stark geltenden asiatischen Marken wurden von diesem negativen Trend nicht verschont. Branchenprimus Toyota meldete einen Absatzrückgang von 23 Prozent. Honda's Absätze stürzten um 25 Prozent, bei Nissan waren es sogar 33 Prozent.

Smart rettet Daimler

Die deutschen Autohersteller stehen den Japanern, was den Absatzrückgang angeht, in nichts nach. Daimler meldete einen Rückgang von 24,5 Prozent. Hätte das Unternehmen den Kompaktwagen Smart im Januar nicht in den USA eingeführt, wäre der Sturz wohl noch tiefer gewesen. Der Konzern konnte im Oktober 2236 Smarts in den USA verkaufen. Die Hauptmarke Mercedes-Benz verlor jedoch 34,3 Prozent.

Der Renner: Mini

Mit einem Absatzplus von 56 Prozent ist der Mini ein Hit auf dem US-Markt. Diese Zahlen federten den sinkenden Konzernabsatz von BMW auf ein Minus von 10 Prozent ab. Der Absatz von BWM Fahrzeugen brach hingegen um 14 Prozent ein.

Porsche kann sich Nachfrageschwäche nicht entziehen

Den Absatzeinbruch von 39 Prozent in den USA kommentiert Porsche wie folgt: «Dies zeigt, dass sich auch Porsche den Auswirkungen der Wirtschaftskrise und der damit einhergehenden Nachfrageschwäche in allen Bereichen nicht entziehen kann.»

Neue Modelle top, Klassiker Flop

VW scheint sich als einziger Hersteller mehr oder weniger erfolgreich gegen die Krise zu stemmen – zumindest steht das Unternehmen besser als der Gesamtmarkt da. Zu verdanken hat das VW seinen drei neuen Modellen Tiguan, Routan und Coupe CC. Einen deutlichen Rückgang verzeichnen aber die Klassiker wie Golf und Passat.

Über längere Zeit Entlassungen unvermeidbar

Die Situation bei den Herstellern ist sehr unterschiedlich. Bis jetzt konnten aber alle den Nachfrageschwund mit Produktionssenkungen ausgleichen. Hält die Krise aber länger an, werden Entlassungen wohl über kurz oder lang unvermeidlich sein.

(scc/zac)

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