Wien: Abschiebehäftling stirbt nach Hungerstreik
Aktualisiert

WienAbschiebehäftling stirbt nach Hungerstreik

Ein 20 Jahre alter indischer Flüchtling in Abschiebehaft ist nach einem mehr als einmonatigem Hungerstreik im Wiener Polizeigewahrsam gestorben. Nach «derzeitigen ärztlichen Erkenntnissen» gebe es zwischen Hungerstreik und Tod keinen klaren Zusammenhang.

Dies teilte die Polizei am Montag mitteilte. Eine Obduktion solle «im Laufe dieser Woche» stattfinden.

Der Inder war am Montagmorgen gegen 7.15 Uhr zusammengebrochen. Mithäftlinge schlugen Alarm. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Knapp eine Stunde später wurde laut Polizei sein Tod offiziell festgestellt. Der junge Inder war laut Polizei 2006 illegal eingereist und hatte Asyl beantragt. Dieses Gesuch sei 2009 rechtskräftig abgelehnt worden, der Bescheid sei mit der Ausweisung verbunden gewesen, hiess es. Der 20-Jährige soll daraufhin untergetaucht sein. Anfang August wurde er in Wien nach einem Verkehrsunfall festgenommen. Er kam in Abschiebehaft.

Vertreter der österreichischen Justizbehörden betonten der Nachrichtenagentur APA zufolge, der Inder sei regelmässig gesundheitlich untersucht worden, zuletzt am Sonntag. Dabei seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden. Innenministerin Maria Fekter bedauerte den Tod des 20-Jährigen. Zwangsernährung sei nicht angeordnet worden, da diese in Österreich nicht erlaubt sei, erklärte die Ministerin laut APA. Opposition und Menschenrechtsorganisationen kritisierten die Flüchtlingspolitik der Regierung scharf. (dapd)

Deine Meinung