Toni Sailer: Abschied vom «schwarzen Blitz aus Kitz»
Aktualisiert

Toni SailerAbschied vom «schwarzen Blitz aus Kitz»

Bei einer bewegenden Trauerfeier im Zielgelände der Hahnenkammrennen von Kitzbühel haben tausende Menschen von der österreichischen Skilegende Toni Sailer Abschied genommen.

Anschliessend begleiteten die Trauergäste den schlichten Holzsarg Sailers bei strömendem Regen zum Friedhof. Dort wurde der «schwarze Blitz aus Kitz» am Samstag im engeren Familienkreis beigesetzt, wie die Wiener Nachrichtenagentur APA berichtete. Sailer war am vergangenen Montag nach langer schwerer Krankheit im Alter von 73 Jahren gestorben.

«Ohne Sailer ist Kitzbühel nicht mehr das Kitzbühel, was es einst war», sagte Andreas Molterer, der zum Begräbnis seines Freundes aus Amerika angereist war. Molterer bildete mit dem Verstorbenen und vier weiteren Sportlern einst das «weisse Wunderteam» Österreichs.

Sailer schrieb 1956 in Cortina d'Ampezzo Olympia-Geschichte, indem er auf einen Schlag drei Goldmedaillen und vier Weltmeistertitel holte. Er wurde über Nacht zum Star und zum Vorbild von Generationen erfolgreicher Skirennläufer. Diese kamen am Samstag zur Verabschiedung ihres Idols in Scharen nach Kitzbühel. Auch Prominenz aus Politik und Wirtschaft war zahlreich vertreten.

In den Reden wurden Sailers Verdienste um den alpinen Skisport, aber auch seine menschliche Seite und Kraft gewürdigt. Der österreichische Sportminister Norbert Darabos sagte: «Trotz des Wissens um seine Krankheit blickte er immer nach vorne und nicht zurück. Seine Bescheidenheit war ein Zeichen seiner Grösse.» Der Präsident des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV), Peter Schröcksnadel, erklärte: «Toni hat Leistungen für Österreich erbracht, die es nie mehr wieder gab.» (dapd)

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