Abschied von Moshammer in der Kirche der bayerischen Könige
Aktualisiert

Abschied von Moshammer in der Kirche der bayerischen Könige

Der ermordete Modemacher Rudolph Moshammer wird am (kommenden) Samstag in einer pompösen Trauerzeremonie zu Grabe getragen.

In der Allerheiligen-Hofkirche, dem Gotteshaus der bayerischen Könige, findet die Trauerfeier statt, sagte eine Mitarbeiterin der Trauerhilfe Denk am Dienstag in München. Seine letzte Ruhestätte findet er im Mausoleum der Familie auf dem Ostfriedhof, neben seiner 1993 verstorbenen Mutter Else.

Moshammers zwei Testamente wurden unterdessen vom Amtsgericht eröffnet.

Der Fahrer Andreas K. sagte im RTL-Magazin «Punkt 12», er habe von Moshammer Vollmacht für die Regelung des Geschäfts und der privaten Angelegenheiten.

Der Abschied von dem am vergangenen Freitag erdrosselten 64-jährigen Modeunternehmer soll ablaufen «wie ein Staatsbegräbnis», sagte Moshammers Leibwächter Werner Wittek der Münchner «tz».

Die Zeremonie wird dem Blatt zufolge mit Klängen aus Mozarts Requiem umrahmt und auf Leinwänden ins Freie übertragen, da in der Kirche in der Münchner Residenz nur 300 geladene Gäste Platz finden. Welche Trauergäste eingeladen und welche Reden gehalten werden, war beim Bestattungsunternehmen Denk noch unklar. Details würden derzeit besprochen. Laut «tz» wird Moshammers Chauffeur und neues Herrchen von Daisy das Schosshündchen in die Kirche mitbringen.

Nach dem Trauergottesdienst wird Moshammers Mahagoni-Sarg an seinem Geschäft in der Maximilianstrasse vorbeigefahren. In einem Meer von weissen Lilien und roten Nelken, Moshammers Lieblingsblumen, soll der 64-Jährige anschliessend auf dem Ostfriedhof zur Ruhe gebettet werden. Das riesige Mausoleum hatte Moshammer nach dem Tod seiner über alles geliebten Mutter Else 1993 gekauft.

Ein letztes musikalisches Geleit kommt dem Bericht zufolge von einer Jagdbläsergruppe und einem Bläserensemble, möglicherweise auch vom Spielmannszug «Schleissheimer Schlosspfeiffer», der Moshammer über 20 Jahre lang bei zahlreichen Veranstaltungen begleitet hatte.

Eine Aufbahrung im offenen Sarg werde es nicht geben, sagte Bestattungsunternehmer Karl Denk der «tz». Fans könnten sich aber spätestens zur Trauerfeier in Kondolenzbücher eintragen. Die Trauerzeremonie organisiert Moshammers Rechtsanwalt Lutz Libbertz mit engen Bekannten des Modemachers.

Moshammer selbst hinterliess keine besonderen Anweisungen für sein Begräbnis, wie das Amtsgericht München mitteilte. Die beiden notariellen Testamente, die der Modeunternehmer im Oktober und November 2002 verfasst und beim Amtsgericht hinterlegt hatte, wurden unterdessen eröffnet. Eines der notariellen Dokumente enthalte eine Erbeinsetzung, das andere mehrere Vermächtnisse.

Die Polizei berichtete unterdessen, dass eine Geldklammer Moshammers mit mehreren hundert Euro fehle. Der Modemacher habe diese am Vorabend beim Essen mit einer Bekannten dabei gehabt.

Die Ermittler gingen davon aus, dass Herisch A., der Moshammer nach eigenem Geständnis mit einem Stromkabel erdrosselt hatte, das Geld nach der Tat erbeutet und verspielt habe. Bei seiner Festnahme habe der Mann nur 50 Euro bei sich gehabt. Ob der 25-jährige Iraker zur Stricherszene gehört, ist weiter unklar. (dapd)

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