Aktualisiert 23.10.2003 06:03

Abschluss der Telecom 2003 in Genf

Massiver Besucherrückgang an der Telecom 2003 in Genf: 115 000 Personen haben der weltweit grössten Telekommunikations-Messe in Genf einen Besuch abgestattet; bei der Telecom 1999 waren noch fast 200 000 Besucher gezählt worden.

Wie die Internationale Fernmeldunion UIT am Samstag zum Abschluss der siebentägigen Ausstellung mitteilte, beteiligten sich 911 Aussteller aus 51 Ländern an der Messe. Zu den Besuchern gehörten 375 Firmenchefs, 148 Minister oder Vertreter staatlicher Behörden sowie 1526 Medienleute.

Nur der Samstag stand dem gewöhnlichen Publikum offen. Mit 8154 Interessierten erwies er sich allerdings als der besucherschwächste Messetag. Am Mittwoch beispielsweise fanden sich 18 229 Fachleute ein.

250 Mio. Fr. für Genf

Wie der Genfer Staatskanzler Robert Hensler am Westschweizer Fernsehen sagte, war die Telecom 2003 trotz des Besucherrückgangs für die Aussteller ein voller Erfolg. Einige von ihnen hätten sogar bessere Geschäfte abgeschlossen als 1999.

Die nächste Telecom findet 2006 statt. Genf hat sich erneut als Ausstellungsort beworben - neben Hongkong, Mailand, Algier und Istanbul. Die Messe fand seit ihrer ersten Auflage im Jahre 1971 stets in Genf statt. Die Durchführung der Messe wirft für die Genfer Volkswirtschaft etwa 250 Mio. Fr. ab, wie Hensler sagte.

Branche optimistisch

Die Branchenvertreter selber zeigten sich optimistisch. Nach zweijähriger, schwerer Krise, verbunden mit einem massiven Stellenabbau, war in Genf wieder von Wachstum die Rede. Die Unternehmen präsentierten sich jedoch zurückhaltender als in der Vergangenheit.

Die Telecom-Branche rechnet für das laufende Jahr mit Umsätzen in Höhe von 47 Mrd. Dollar. Nach Angaben der US-Investmentbank Goldman Sachs hatte die Branche im Jahr 2000 rund 71 Mrd. Dollar verloren.

Die Börsen glauben ebenfalls an das Wachstum: Der Branchenindex Dow Jones Stoxx Telecom legte in diesem Jahr bereits um mehr als 8 Prozent zu, nachdem er in den beiden letzten Jahren um 70 Prozent eingebrochen war.

Zufriedene Schweizer

Die Schweizer Unternehmen an der Telecom zogen eine positive Bilanz. Geschäfte seien abgeschlossen worden und viele Kontakte, die zu weiteren Abschlüssen führen könnten, seien zustande gekommen, hiess es. Rund ein Viertel der 900 Aussteller stammten aus der Schweiz.

Auch die Swisscom zeigt sich zufrieden. Die Kunden hätten viel Interesse an der Mobiltelefonie der dritten Generation (UMTS) und den netzlosen Technologien gezeigt, sagte Swisscom-Sprecher Christian Neuhaus. Hauptziel des Unternehmens sei es aber nicht gewesen, Geschäfte abzuschliessen, sondern den Kontakt zu den Kunden zu pflegen.

Notiz: Folgt Extra zur Mobiltelefonie der dritten Generation (UMTS). (sda)

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