Aktualisiert 20.01.2016 14:24

Rio de Janeiro

Abseits von Copacabana und Ipanema

Versteckte Bed and Breakfasts, wilde Kaimane und einst verbotene Zonen: fernab der Strände unterwegs in der Cidade Maravilhosa.

von
Marlies Seifert

«Der Strand ist die Verlängerung unseres Wohnzimmers», sagt Reiseleiterin Iolanda. «Wir haben Nachbarn, Arbeitskollegen – und Strandfreunde», erklärt sie. Copacabana und Ipanema – das sind die Bilder, die vor dem geistigen Auge auftauchen, wenn man an Rio denkt. Die Hochhäuser, die sich vor dem Strand auftürmen – und die knappen Bikinis und athletischen Körper der Cariocas, wie sich die Bewohner Rios selbst nennen. Es ist nur eines der vielen Gesichter der Millionenstadt. «Wir verfügen über den grössten innerstädtischen Regenwald der Welt», sagt Augusto Sulzer. Doch das Ökobewusstsein stecke noch in den Kinderschuhen. «Brasilianer sind umgeben von so viel Natur, dass sie gar nicht schätzen, was sie haben», sagt er.

Baby-Kaimane sonnen sich neben dem Golfkurs

Der Biologe leitet Bootsexkursionen durch die Marapendi-Lagune im Stadtteil Barra da Tijuca. Auch hier gibt es Probleme mit verschmutztem Abwasser. Während Baby-Kaimane ein Sonnenbad geniessen und ein Fischreiher Beute aus dem Wasser zieht, werden nur wenige Kilometer entfernt die Bauten für die Olympischen Spiele in die Höhe gezogen. Direkt nebenan entsteht – zum Missfallen der Bevölkerung – der olympische Golfkurs. Auch unterirdisch sind die Arbeiten in vollem Gange: Eine moderne Metrolinie soll den Westen der Stadt erschliessen.

Gemächlich ruckelt dagegen das älteste Tram der Stadt, «Bonde» genannt, durch die kurvigen Gassen von Santa Teresa. Im Künstlerviertel unterhalb der Cristo-Statue schossen in den letzten Jahren elegante Boutique-Hotels, kuschlige Cafés und schrullige Deko-Läden aus dem Boden. Vor fünf Jahren eröffnete hier auch der Schweizer Walter Riedweg das Bed & Breakfast Villa Laurinda. «Seit die angrenzende Favela vor acht Jahren befriedet wurde, sieht man keine Maschinengewehre mehr auf den Strassen, aber die Lage bleibt labil», meint der Luzerner.

Rotlichtviertel wird Ausgehmeile

«Für mich hat sich nicht viel verändert: Früher machten die Drogenbosse die Regeln, heute setzt die Polizei die Gesetze durch», sagt Manuel. Er verkauft am Eingang zur Rocinha, dem grössten Armenviertel Rios, selbst gemalte Bilder und verdient sich als Touristenführer etwas dazu. Seit die «Vorzeige-Favela», wie Iolanda sie nennt, von der Polizei gestürmt wurde, wagen sich immer mehr Besucher in das Labyrinth aus steilen Gassen und verwinkelten Ziegelbauten, das die Hügel hinter den schicken Wohnvierteln São Conrado und Gávea überwuchert. Rund 200'000 Menschen leben hier. Es gibt Restaurants, Supermärkte, sogar Banken. Viele Häuser sind inzwischen an die Kanalisation angeschlossen. Der Strom wird meist abgezapft. «Wir haben alles, was wir brauchen», sagt Manuel und hüpft sicheren Schrittes über die unregelmässigen Treppentritte hinab. Links und rechts grüssen freundliche Bewohner. «Das ist meine Heimat. Ich kenne hier alle», sagt er stolz. Als Besucher bleibt man Voyeur. Auch wenn die Gentrifizierung der Favelas mit Hostels und Bars fortschreitet und die Bodenpreise damit steigen.

Rio ist im ständigen Wandel. Über den Viadukt Arcos da Lapa gelangt man in das gleichnamige Quartier im historischen Zentrum der Stadt. Früher ein berüchtigter Rotlichtbezirk, ist Lapa heute Rios angesagteste Ausgehmeile. Halb zerfallene Altbauten wurden in stylische Bars und Restaurants verwandelt. Im Scenarium trinken Jung und Alt gleich auf drei Stockwerken Caipirinha und tanzen zu Live-Musik. Ganz auf die Klischees verzichten möchte man bei einem Rio-Besuch ja doch nicht.

Die Reise wurde unterstützt von Edelweiss Air. Die Schweizer Fluggesellschaft bietet ab dem 22. April zweimal wöchentlich - immer freitags und montags – eine Direktverbindung zwischen Zürich und Rio de Janeiro an. Bis 1. Februar erhält man Tickets ab 599 Franken pro Person. Flyedelweiss.comHoteltipp: Das Windsor Atlantica bietet den besten Blick auf die Copacabana und den Zuckerhut. Ab circa 240 Franken pro Nacht. Windsorhoteis.com

Die Reise wurde unterstützt von Edelweiss Air. Die Schweizer Fluggesellschaft bietet ab dem 22. April zweimal wöchentlich - immer freitags und montags – eine Direktverbindung zwischen Zürich und Rio de Janeiro an. Bis 1. Februar erhält man Tickets ab 599 Franken pro Person. Flyedelweiss.comHoteltipp: Das Windsor Atlantica bietet den besten Blick auf die Copacabana und den Zuckerhut. Ab circa 240 Franken pro Nacht. Windsorhoteis.com

Die Reise wurde unterstützt von Edelweiss Air. Die Schweizer Fluggesellschaft bietet ab dem 22. April zweimal wöchentlich - immer freitags und montags – eine Direktverbindung zwischen Zürich und Rio de Janeiro an. Bis 1. Februar erhält man Tickets ab 599 Franken pro Person. Flyedelweiss.comHoteltipp: Das Windsor Atlantica bietet den besten Blick auf die Copacabana und den Zuckerhut. Ab circa 240 Franken pro Nacht. Windsorhoteis.com

Die Reise wurde unterstützt von Edelweiss Air. Die Schweizer Fluggesellschaft bietet ab dem 22. April zweimal wöchentlich - immer freitags und montags – eine Direktverbindung zwischen Zürich und Rio de Janeiro an. Bis 1. Februar erhält man Tickets ab 599 Franken pro Person. Flyedelweiss.comHoteltipp: Das Windsor Atlantica bietet den besten Blick auf die Copacabana und den Zuckerhut. Ab circa 240 Franken pro Nacht. Windsorhoteis.com

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