Zürich: Absicht - Autofahrer fährt in Verkehrskadett
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ZürichAbsicht - Autofahrer fährt in Verkehrskadett

Ein Autofahrer ist am Samstag beim Letzipark in Zürich ausgerastet - und mit voller Absicht gegen einen Verkehrskadetten gefahren. Der 14-Jährige erlitt eine Verletzung am Bein.

von
lüs
Ein Autofahrer hat die Geduld verloren, als ihm ein Verkehrskadett beim Zürcher Einkaufszentrum Letzipark ein Haltezeichen gab.

Ein Autofahrer hat die Geduld verloren, als ihm ein Verkehrskadett beim Zürcher Einkaufszentrum Letzipark ein Haltezeichen gab.

Nur einen Tag, nachdem in Hallwil AG ein Jogger von einem Autofahrer gerammt und schwer verletzt wurde, hat sich ein weiterer Fall ereignet, bei dem ein Autolenker jemanden absichtlich angefahren hat: Beim Opfer handelt es sich um einen Verkehrskadetten. Jeweils am Samstag regeln Mitglieder der Verkehrskadetten-Abteilung Albis beim Zürcher Einkaufszentrum Letzipark den Verkehr - weil an diesem Tag jeweils besonders viele Kunden unterwegs sind, sorgen sie dafür, dass Autofahrer und Fussgänger einander nicht in die Quere kommen.

Einem Autofahrer haben am letzten Samstag die Anweisungen eines Verkehrskadetten aber nicht gepasst: Er wurde so wütend, dass er den 14-Jährigen anfuhr. «Der Autolenker ist langsam auf den Kadetten zugerollt und hat ihm eine Verletzung am Bein zugefügt», bestätigt Adrian Feubli, Sprecher der Stadtpolizei Zürich. «Die Ermittlungen laufen noch.» Nach dem Vorfall stieg der Autolenker aus und stiess Morddrohungen gegen den Verkehrskadetten aus, bevor er sich wieder ans Steuer setzte und wegfuhr.

Autofahrern fehlt oft die Geduld

Peter Strittmatter, Präsident der Verkehrskadetten-Abteilung Albis, sagt, etwa einmal im Jahr komme es zu derartigen unschönen Vorfällen zwischen Kadetten und Autofahrern. «Es geschieht öfter als früher, dass Autofahrern die Geduld fehlt, kurz zu warten, wenn ein Kadett ihnen das Haltezeichen gibt.» Wie man in solchen Fällen reagieren müsse, bringe man den Kadetten, die alle zwischen 14 und 20 Jahre alt sind, in der Ausbildung bei: «Wir machen sie darauf aufmerksam, dass sie nicht die Polizei sind und dass sie in erster Linie auf ihre eigene Sicherheit achten müssen.» Zudem haben die Verkehrskadetten die Anweisung, solche Vorfälle zu melden und sich die Autonummer des betreffenden Lenkers zu merken - was der Verkehrskadett trotz des ersten Schocks auch getan hat.

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