Fonds: Absolute oder Total Return?
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FondsAbsolute oder Total Return?

Was ist und wie funktioniert ein Absolute-Return- Fonds? Hansjörg Pack von der DWS weiss Bescheid.

Worin unterscheidet sich der Total-Return-Ansatz vom Absolute-Return-Ansatz?

Hansjörg Pack: Total-Return-Strategien erzielen ihren Ertrag durch flexible Asset Allocation in traditionellen Vermögensklassen wie Aktien oder festverzinsliche Wertpapiere. Dagegen wird der Ertrag bei Absolute-Return-Strategien durch innovative und strukturierte Management- und Handelstechniken – long/short und Kreditfinanzierung – in allen Asset-Klassen inklusive Rohstoffe und Währungen erzielt. Der von mir gemanagte Fonds DWS Funds Performance Strategy ist ein Absolute-Return-Fonds.

Machen Sie nur Paartransaktionen? Und wie finden sie die Paare?

Pack: Wir sind im Wesentlichen marktneutral, das heisst, wir haben das Marktrisiko durch entsprechende Shortpositionen von Index-Futures oder in artverwandten Werten, also Paaren, abgesichert. Um die richtigen Paare zu finden, greifen wir auf den bewährten DWS-Investmentprozess zurück. Dieser ist stark fundamental ausgerichtet. In jährlich 1500 Managementmeetings werden die Vorstände internationaler Unternehmen nach Strategie, Geschäftsmodell und Wettbewerbssituation befragt. Ein eigenes DWS-Bewertungsmodell erlaubt den Vergleich der Unternehmen derselben Branche untereinander. Ich filtere auch die Empfehlungen unserer Sektorspezialisten und wähle die für meinen Fonds geeigneten Long- und Short-Positionen aus.

Haben Sie eine Politik der Gewinnrealisierung?

Pack: Man hat bestimmte Return-Erwartungen an Investmentpaare. Allerdings halten wir nicht starr an Gewinnzielen fest, sondern schliessen eine Position dann, wenn die Gründe, die zu dem Investment geführt haben, nicht mehr zutreffen. Im umgekehrten Fall hingegen haben wir eine strikte Verkaufsdisziplin, mit vordefinierten Stopp-loss-Marken.

Wer überwacht Ihre Aktivitäten?

Pack: Wir haben eine Gruppe eingerichtet, die sich ausschliesslich mit den durch moderne Investment-Strategien eingegangenen Risiken beschäftigt.

Wie sind Sie zu diesem Job gekommen?

Pack: Ich habe Industriekaufmann gelernt und dann BWL und VWL in England und Deutschland studiert. Bei der Deutschen Bank in Frankfurt fing ich direkt als Portfoliomanager an und absolvierte neben der Arbeit erfolgreich eine Ausbildung zum Investmentanalyst DVFA. Seit dem Jahr 2000 bin ich bei der DWS. Ich denke, dass letztlich meine erfolgreiche Arbeit als Fondsmanager für internationale und asiatische Aktien entscheidend war. Alle meine Fonds haben in jedem Jahr ihre jeweilige Benchmark geschlagen. Jetzt gilt es aber konsistent zu sein, denn dies ist ein ganz entscheidendes Verkaufskriterium sein.

Chris Tanner

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