Turnier-Auftakt am Sonntag – Abstell-Zoff und Sicherheitsbedenken zum Trotz – der Afrika-Cup geht los
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Turnier-Auftakt am SonntagAbstell-Zoff und Sicherheitsbedenken zum Trotz – der Afrika-Cup geht los

Am Sonntag beginnt in Kamerun der Afrika-Cup 2022. 14 Spieler mit Bezug zur Schweiz treten beim Turnier an, bei dem Debatten über Spielerabstellungen, Corona und Sicherheitsbedenken für Unruhe sorgen.

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Liverpools Superstars Sadio Mané und Mohamed Salah sind beim Afrika-Cup mit dabei.

Liverpools Superstars Sadio Mané und Mohamed Salah sind beim Afrika-Cup mit dabei.

Action Images via Reuters
Genau wie einige Akteure aus dem Schweizer Fussball. So z. B. YB-Flügelspieler Nicolas Moumi Ngamaleu.

Genau wie einige Akteure aus dem Schweizer Fussball. So z. B. YB-Flügelspieler Nicolas Moumi Ngamaleu.

Urs Lindt/freshfocus
Auch Sion-Routinier Geoffrey Serey Die wird mit der Elfenbeinküste am Start sein.

Auch Sion-Routinier Geoffrey Serey Die wird mit der Elfenbeinküste am Start sein.

freshfocus

Darum gehts

  • Vom 9. Januar bis 6. Februar wird in Kamerun der Afrika-Cup ausgetragen.

  • Dabei beherrschen im Vorfeld Diskussionen um Spielerabstellungen, Corona und der Sicherheitslage die Schlagzeilen.

  • Beim Turnier mit dabei sind auch einige Spieler mit Bezug zur Schweiz.

Am Sonntag gilt es ernst für YB-Star Moumi Ngamaleu und seine kamerunischen Nationalmannschaftskollegen: Die «unbezwingbaren Löwen» empfangen zum Auftakt des Afrika Cups Burkina Faso im Stade Ahmadou Ahidjo in Kameruns Hauptstadt Yaoundé.

Neben Ngamaleu wurden noch elf weitere Akteure für das Turnier zum Jahresauftakt aufgeboten, die ihr Geld in der Super League oder der Challenge League verdienen. Eine ganz aussergewöhnliche Geschichte schreibt der frühere FCZ- und Sion-Haudegen Pa Modou.

Der 31-jährige Verteidiger kickt mittlerweile beim FC Dietikon in der 2. Liga interregional, reist aber trotzdem mit Gambia an den Afrika-Cup und dies sogar als Captain. Mit den beiden gebürtigen Zürchern Saidy Janko (Gambia) und Seny Dieng (Senegal) sind in Kamerun zudem zwei Spieler dabei, die auch den Schweizer Pass besitzen.

Die Schweizer Delegation am Afrika-Cup

  • Nicolas Moumi Ngamaleu (YB/Kamerun)

  • Mohamed Ali Camara (YB/Guinea)

  • Assan Ceesay (FCZ/Gambia)

  • Lawrence Ati Zigi (St. Gallen/Ghana)

  • Geoffroy Serey Dié (Sion/Elfenbeinküste)

  • Mauro Rodrigues (Sion/Guinea-Bissau)

  • Mohamed El Amine Amoura (Lugano/Algerien)

  • Rafidine Abdullah (Stade-Lausanne-Ouchy/Komoren)

  • Mohamed Abdallah (Stade-Lausanne-Ouchy/Komoren)

  • Dylan Tavares (Xamax/Kap Verde)

  • Umaru Bangura (Xamax/Sierra Leone)

  • Pa Modou Jagne (FC Dietikon/Gambia)

  • Saidy Janko (Valladolid/Gambia)*

  • Seny Dieng (QPR Rangers/Senegal) *

* = in der Schweiz geboren

Im Vorfeld der afrikanischen Kontinentalmeisterschaft sorgten Debatten um die Abstellpflicht der Spieler, Sorgen um die Omikron-Welle und um bewaffnete Konflikte in Kamerun für Schlagzeilen. Gerade in England sind nicht alle Exponenten der Premier-League-Clubs happy darüber, ihre Spieler für mehrere Wochen abstellen zu müssen.

Besonders Liverpool-Trainer Jürgen Klopp liess in der Vergangenheit immer wieder seinen Unmut darüber durchklingen, dass er wegen des Afrika-Cups mit Mohammed Salah, Sadio Mané (Senegal) und Naby Keita (Guinea) in mehreren Partien auf drei Leistungsträger verzichten muss.

«Der Afrika-Cup verdient mehr Respekt»

Andere Stimmen fordern mehr Anerkennung für das Turnier. Ex-YB-Coach Gernot Rohr war bis vor kurzem Nationaltrainer Nigerias und meint: «Der Afrika-Cup verdient mehr Respekt. Vom sportlichen Wert und von der Popularität in Afrika her ist das Turnier für mich ein Höhepunkt im internationalen Fussball».

Englands Nationalspieler Ian Wright stiess ins selbe Horn wie Rohr und sprach von einer «rassistisch gefärbten» Diskussion. «Gibt es ein anderes Turnier, das so wenig respektiert wird wie der Afrika-Cup?», fragte der frühere Arsenal-Star rhetorisch.

Bedenken wegen Corona und Sicherheitslage

Die Sorgen von Klopp und seinen Berufskollegen werden nicht kleiner, da die hochansteckende Omikron-Variante auch vor Kamerun nicht halt macht. Einem Land, in dem laut der ARD nicht einmal drei Prozent der Bevölkerung geimpft sind. Das Turnier hätte eigentlich bereits 2021 stattfinden sollen, wurde dann aber wegen der Pandemie um ein Jahr verschoben. Heuer sollen die Stadien zu 80 Prozent bei Kamerun-Spielen und zu 60 Prozent bei allen anderen Partien ausgelastet werden – Zutritt gibt es nur für Geimpfte mit negativem Test.

Neben den Debatten über Spielerabstellungen und Corona wird das Turnier weiter von der unklaren Sicherheitslage belastet. Kameruns Norden wird seit Jahren von Unruhen und Angriffen auf die Zivilbevölkerung erschüttert, nachdem Ende 2016 Separatisten bekannt gaben, sich abspalten zu wollen und ein neues Land zu gründen. Gewaltsame Auseinandersetzungen sind in Teilen Kameruns seither an der Tagesordnung und sorgten für eine Verstärkung der Sicherheitsmassnahmen in den Austragungsorten.

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(flo/dpa)

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