Aktualisiert 14.02.2013 17:44

Twann

Abstimmung soll Glocken-Krach beenden

Anwohner ärgern sich über das nächtliche Glockenschlagen der Kirche. Gelöst werden soll der Zoff per Abstimmung.

von
Claudio Gagliardi
Eine Abstimmung soll  Glocken-Krach in Twann beenden.

Eine Abstimmung soll Glocken-Krach in Twann beenden.

Twanner Bürger laufen Sturm gegen die Dorfkirche. Denn auch während der Nacht schlagen die Glocken jede Viertelstunde. «Wenn es um Mitternacht läutet , stehe ich jeweils im Bett», sagt Anwohnerin ­Julie Bonev. Die reformierte Kirche reagiert und lässt nun ihre Mitglieder über die Glockenschläge abstimmen. Drei Varianten stehen zur Auswahl: kein Läuten zwischen 22 und 7 Uhr; stündliches Läuten zwischen 20 und 7 Uhr und die bisherige Regelung. «Mit der Abstimmung soll wieder Ruhe im Dorf einkehren», sagt Kirchgemeinderatspräsident Hans Jürg Ritter. Er glaubt aber nicht an einen Regimewechsel:«Alteingesessene Twanner stören sich nicht an den Glocken.»

Felix Mätzler setzt sich mit der IG Stiller für die Einhaltung der Nachtruhe ein. Er steht der Abstimmung kritisch gegenüber: «Katholische und konfessionslose Anwohner bleiben stumm – sie können nicht abstimmen.»

Anwohnerproteste auch in Bern

Auch in der Stadt Bern ­sorgen nächtliche Glockenschläge für rote Köpfe. «Es gibt immer wieder Anfragen von Anwohnern», sagt Polizei­inspektor Jean-Claude Hess. Die Behörde wird jedoch erst aktiv, wenn der nächtliche Lärmpegel die erlaubten 60 Dezibel überschreitet. So musste 2011 die Pauluskirche nach über vierjährigem Streit mit Anwohnern auf das nächtlicher Läuten verzichten.

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