Liechtenstein: Abtreibungen im Ländle bleiben eine Straftat
Aktualisiert

LiechtensteinAbtreibungen im Ländle bleiben eine Straftat

Das Dauerthema Liechtensteins, die Entkriminalisierung der Abtreibung, kommt nicht voran. Eine Initiative wurde im Parlament abgeschmettert.

Liechtenstein will die Abtreibung noch nicht legalisieren.

Liechtenstein will die Abtreibung noch nicht legalisieren.

Das Fürstentum Liechtenstein kommt auf der Suche nach einer Lösung zur Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs nicht vom Fleck. Eine parlamentarische Initiative scheiterte im Landtag deutlich. Das Parlament trat gar nicht auf den Vorstoss ein.

Parlamentarier der Regierungspartei FBP wollten ein Wahlversprechen einlösen und hatten verlangt, dass Frauen, die im Ausland abtreiben lassen, im Fürstentum nicht noch dafür bestraft werden sollen. Unterstützt am späten Mittwochabend wurde die parlamentarische Initiative im Landtag jedoch nur von den sechs Initianten, die den Vorstoss lanciert hatten.

Dauerthema im Parlament

Der deutlichen Mehrheit des 25-köpfigen liechtensteinischen Parlaments war die Initiative zu unausgewogen, zu unklar und zu unausgereift. Das politische Dauerthema Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs ist damit um ein Kapitel erweitert worden, ohne dass es zu einer Lösung gekommen wäre.

Somit bleibt der Schwangerschaftsabbruch im Fürstentum strafbar. Statistiken über Abtreibungen existieren nicht. Es gibt einzig Schätzungen: Danach sollen etwa 50 Frauen pro Jahr für einen Eingriff ins benachbarte Ausland fahren, nach St. Gallen oder Chur. Es ist nicht bekannt, dass im Fürstentum je eine Frau wegen einer unerlaubten Abtreibung verurteilt worden wäre.

Bis im Frühling des letzten Jahres stand die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs ganz oben auf der politischen Agenda. Aber weder politische Vorstösse noch eine Volksabstimmung führten zu einer Änderung der Verhältnisse. Die Einführung einer Fristenregelung wurde im September 2011 an der Urne mit 52 Prozent verworfen. Auch das Fürstenhaus hatte sich gegen eine Legalisierung ausgesprochen. (sda)

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