Schweden: Abtreibungen wegen «falschem» Geschlecht
Aktualisiert

SchwedenAbtreibungen wegen «falschem» Geschlecht

Eine schwedische Mutter von zwei Mädchen war zum dritten Mal schwanger. Als sie erfuhr, dass sie wieder ein Mädchen gebären sollte, entschloss sie sich zu einer Abtreibung. Doch bei der einen blieb es nicht.

Eine Mutter von zwei Töchtern aus Eskilstuna (Südschweden) liess, als sie zum dritten Mal schwanger wurde, das Fruchtwasser untersuchen um, wie sie sagte, Erbkrankheiten auszuschliessen. Die Untersuchung ergab, dass sie ein gesundes Kind gebären werde, eine dritte Tochter.

Da die Frau aber lieber einen Sohn gehabt hätte, liess sie den Embryo abtreiben. Und wurde wieder schwanger, liess sich wieder untersuchen und trieb wiederum den - weiblichen - Embryo ab.

Bei der nächsten Schwangerschaft bat sie die Ärzte, ihr das Geschlecht des Babys zu verraten. Diese erkannten die heikle Situation und wandten sich an die Nationale Sozial- und Gesundheitsbehörde. Die Antwort: Abtreibungen aufgrund des Geschlechts dürfen nicht verweigert werden. Andernfalls verstosse man gegen die geltende Rechtslage, die eine Abtreibung bis zur 18. Woche erlaubt.

Laut einem Bericht des Schwedischen Tageblatts hat inzwischen ein Abtreibungstourismus zwischen Norwegen und Schweden eingesetzt: Da in Norwegen Abtreibungen nur bis zur zwölften Woche erlaubt sind und man das Geschlecht aber erst danach erfahren darf, reisten immer mehr abtreibungswillige Schwangere in das Nachbarland.

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