Volksabstimmung 2023 – Abtreibungsinitiative der SVP stösst auf Widerstand in eigener Partei

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Volksabstimmung 2023Abtreibungsinitiative der SVP stösst auf Widerstand in eigener Partei

Gleich zwei Vorstösse zum Thema Abtreibungen haben zwei Frauen der SVP diese Woche lanciert. Dafür ernten sie nicht nur von links, sondern auch aus den eigenen Reihen Kritik.

von
Angela Rosser
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Mit zwei gleichzeitig laufenden Initiativen sollen Schwangerschaftsabbrüche reduziert werden.

Mit zwei gleichzeitig laufenden Initiativen sollen Schwangerschaftsabbrüche reduziert werden.

20min/Simon Glauser
Mit den beiden Initiativen beenden Nationalrätin Andrea Geissbühler … 

Mit den beiden Initiativen beenden Nationalrätin Andrea Geissbühler …

PARLAMENTSDIENSTE
… und ihre Parteikollegin Yvette Estermann das Jahr 2021 mit einem grossen Vorhaben.

… und ihre Parteikollegin Yvette Estermann das Jahr 2021 mit einem grossen Vorhaben.

PARLAMENTSDIENSTE

Darum gehts

Die beiden SVP-Nationalrätinnen Andrea Geissbühler und Yvette Estermann haben diese Woche gleich zwei Initiativen für weniger Schwangerschaftsabbrüche lanciert. Die Erste soll Frauen vor überstürzten Entscheidungen schützen und kommt unter dem Titel «Einmal-darüber-schlafen-Initiative» vors Volk, wenn bis zum 21. Juni 2023 die dafür benötigten Unterschriften zusammenkommen.

Die Initiantinnen schreiben dazu, dass es bei jeder wichtigen Entscheidung im Leben Sinn mache, einmal darüber zu schlafen. Ein Tag Bedenkzeit würde Frauen vor überstürzten Entscheidungen unter Druck und Stress schützen. Die SP-Frauen Barbara Gysi und Yvonne Feri sehen in der Bedenkzeit-Initiative einen Affront. Diese Initiative suggeriere, dass zum jetzigen Punkt keine vorangehenden Gespräche stattfinden würden, meint Feri. Das ist beim Wunsch nach einer Abtreibung jedoch schon jetzt der übliche Ablauf.

Absolutes Recht auf Leben

Die zweite Initiative der beiden SVP-Frauen trägt den Titel «Lebensfähige-Babys-retten-Initiative». Bei dieser soll dem Fötus ab einem bestimmten Zeitpunkt ein absolutes Recht auf Leben zugestanden werden. Der Zeitpunkt solle definiert werden, wenn Föten auch ausserhalb des Mutterleibes überleben und atmen könnten.

Die Argumente fussen darauf, dass Frühgeburten bereits ab der 22. Schwangerschaftswoche mit der entsprechenden Pflege überlebensfähig seien. Besonders von dieser Initiative distanzieren sich auch Frauen aus der eigenen Partei. Auf Twitter kündigt Nationalrätin Camille Lothe an: «Ich werde diese Initiative bekämpfen.»

Bist du oder ist jemand, den du kennst, ungeplant schwanger geworden?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsstellen nach Region

Appella, Telefon- und Onlineberatung

Fachstelle Kindsverlust, Beratung während Schwangerschaft, Geburt und erster Lebenszeit

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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