ETH-Messungen: Abwasser kündigt nächste Corona-Welle an
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ETH-MessungenAbwasser kündigt nächste Corona-Welle an

Corona-Viren lassen sich im Abwasser nachweisen. Forscher der ETH Zürich sagen, dass sie die Virenentwicklung über das Abwasser schneller als mit herkömmlichen Tests nachweisen können.

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Laut den Untersuchungen des Abwassers soll uns eine dritte Welle bevor stehen.

Laut den Untersuchungen des Abwassers soll uns eine dritte Welle bevor stehen.

20min/Taddeo Cerletti
Die Abwasser der Kläranlagen halten viele Informationen bereit. 

Die Abwasser der Kläranlagen halten viele Informationen bereit.

20min/Taddeo Cerletti

Darum gehts

  • Forschende der ETH geben an, Coronaviren im Abwasser in beinahe «Echtzeit» messen zu können.

  • Der Anstieg der Viren im Abwasser deute auf eine mögliche dritte Welle hin.

  • Die Abwassertestmethode hat zudem weitere Vorteile gegenüber herkömmlichen Tests.

Die Abwasser der Kläranlagen halten viele Informationen bereit. Die Eawag, das Wasserforschungsinstitut der ETH, startete im Juni 2020 ein Projekt, um Coronaviren im Abwasser nachzuweisen. Das Forscherteam sagt, es könne von den Kläranlagen in Zürich Werdhölzli und in Step de Vidy in Lausanne «beinahe Echtzeitmessungen» vornehmen. Infektionstrends würden sich somit eindeutig ablesen lassen – und das bevor herkömmliche Tests vorliegen.

Die Forschenden erklären auf der Webseite: «Obwohl es sich bei Covid-19 um eine Atemwegserkrankung handelt, scheidet ein erheblicher Teil der Menschen Erbgut des Virus im Stuhl aus.» Die entwickelte Analysemethode sei ein «Wegbereiter für ein Frühwarnsystem», da sich ein Infektionstrend frühzeitig ablesen lasse.

Die Abwasserdaten deuten darauf hin, dass eine dritte Welle auf die Schweiz zukommt.

Die Abwasserdaten deuten darauf hin, dass eine dritte Welle auf die Schweiz zukommt.

Eawag

50 Proben entsprechen 100’000 Tests

Laut den Abwasseruntersuchungen soll uns eine dritte Welle bevorstehen. Bereits wenige Wasserproben ergeben laut den Forschern schon eine gute Messung. Rund 50 Abwasserproben sollen über 100’000 Tests entsprechen.

Aus Sicht der Eawag ist diese neue Methode des Monitorings sehr zuverlässig. Vor allem seien die Abwasserproben eine unabhängige Ergänzung zu den herkömmlichen Tests. Denn hier wird jeder getestet, ob man will oder nicht, denn alle Menschen gehen auf die Toilette und putzen sich die Zähne.

Dank der Untersuchungen des Abwassers fanden Forscher auch heraus, dass bereits im September 2019 schon Coronaviren in Norditalien zirkulierten, schon viel länger als bislang angenommen.

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Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

(lea)

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