Aktualisiert 09.12.2008 17:06

«Abzock»-Opfer: «Es kam mir vor wie in einer Sekte»

Die Business Academy lockt junge Leute an, die schnell viel Geld verdienen wollen. Die Firma will sich dabei aber vor allem selbst bereichern.

«Ich dachte, das ist wie in einer Sekte», sagt Monica B.* (23). Sie wurde an der Herbstmesse angesprochen, ob sie «mehr Geld verdienen» wolle und folgte dann am vergangenen Montag der Einladung für einen Infoabend in einem Hinterhaus an der Missionstrasse. Es folgte ein rhetorisches Feuerwerk eines Motivationstrainers und eindringliche Einzelgespräche, bei denen die Interessenten von zwei Academy-Agenten bearbeitet wurden, sich für einen Persönlichkeitsentwicklungskurs anzumelden.

«Man verbot mir, mit meiner Kollegin darüber zu sprechen», so Monica B. Unter Druck unterschrieb sie, will nun aber wieder aussteigen. Gemäss einem Entscheid des Thuner Kreisgerichts in einem gleichen Fall im vergangenen April sind Verträge mit der Business Academy jederzeit widerrufbar.

Auch der «Kassensturz» warnte schon vor den «Abzockern» der Business Academy. Peter Gill von der Basler Staatsanwaltschaft warnt ebenfalls, kann aber nichts unternehmen: Das Vorgehen ist nicht illegal. «Die wissen sehr genau, wie weit sie gehen dürfen.»

Lukas Hausendorf

*Name der Red. bekannt

So funktioniert die Masche

Die Business Academy betreibt Multi-Level-Marketing, einem dem verbotenen Schneeballprinzip ähnlichen System. Interessenten sollen für die Academy Seminare verkaufen, aber zuerst einen Kurs für 6800 Franken besuchen. Wer einen Kursteilnehmer anwirbt, erhält eine Provision von 1000 Franken. Erfolgreiche Vermittler können aufsteigen, eigene Agenten betreuen und doppelt kassieren, wie die Academy verspricht.

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