Abzock-Vorwürfe an Rechtsberater
Aktualisiert

Abzock-Vorwürfe an Rechtsberater

Anlaufstellen für Asylsuchende warnen: Der umstrittene Rechtsberater Martin Ilg soll es immer wieder schaffen, Flüchtlingen das letzte Geld aus der Tasche zu ziehen – so auch dem Kosovaren Kasem Mamuti.

«Du hast mich im Stich gelassen.» Aus der Ausschaffungshaft schreibt der 46-jährige Kasem Mamuti dem Rechtsberater Martin Ilg einen Brief, der 20 Minuten vorliegt. 3200 Franken habe er ihm für die letzte Hoffnung bezahlt, in der Schweiz bleiben zu können. Umsonst – heute wird Mamuti in den Kosovo ausgeschafft.

Eigentlich kein ungewöhnlicher Fall, würden nicht unzählige Beratungsstellen vor dem umstrittenen Rechtsberater warnen. Die Anschuldigungen sind happig: «Herr Ilg macht den Leuten falsche Versprechungen. In ihrer Not geben sie ihm ihr letztes Geld», sagt Jürg Schertenleib, von der Schweizerischen Flüchtlingshilfe. Auch dem kantonalen Migrationsamt, der Beratungsstelle für Asylsuchende und vielen anderen sind Ilgs Machenschaften ein Dorn im Auge. Bereits gegen Martin Ilgs Vater Roland, der als Anwalt tätig ist, sind in den letzten Jahren wegen Geschäftemacherei auf Kosten von Asylbewerbern zahlreiche Beschwerden eingegangen.

Im Fall Mamuti wird jetzt das Schweizerische Rote Kreuz Kanton Zürich aktiv. «Wir prüfen, ob Herr Ilg erneut Profit aus einer chancenlosen Situation geschlagen hat», sagt Beraterin Sabine Biland. Ilg selber weist den Vorwurf zurück: «Und zu allgemeinen Anschuldigungen nehme ich keine Stellung.»

Alexandra Roder

Deine Meinung