Pleitegeier: AC Bellinzona hat die Bilanz deponiert

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PleitegeierAC Bellinzona hat die Bilanz deponiert

Die AC Bellinzona rutscht weiter in den Sumpf: Am Donnerstag hat der Tessiner Klub die Bilanz deponiert. Gleichzeitig bestraft die Liga den Verein mit einem Punkteabzug.

von
fbu

Die überschuldete AC Bellinzona hat laut «tio.ch» heute die Bilanz deponiert. Nach einer Anhörung vor Gericht wird entschieden, wie es mit dem Klub weitergeht. Der zuständige Richter wird nun das Konkursverfahren eröffnen, ausser er sieht die Möglichkeit, dass sich der Klub mit den Gläubigern auf einen Nachlassvertrag einigt. Die dritte Möglichkeit wäre, dass ein Investor die Schuldenlast übernimmt.

Der nächste Stichtag für die Zukunft des Vereins dürfte der 15. April sein. Dann soll die Anhörung beim Konkursrichter geplant sein. Die Gespräche mit verschiedenen Sponsoren und Investoren werden erst danach wieder aufgenommen. Der Spielbetrieb wird vorläufig fortgesetzt. Um dies bis Ende Saison durchziehen zu können würden laut Medienberichten rund 1,6 Millionen Franken benötigt.

Punkteabzug von der Liga

Kurz vor der Bilanzdeponierung hatte die Disziplinarkommission der Swiss Football League den Klub wegen eines Verstosses gegen das Reglement für die Lizenzerteilung mit einem Punkt Abzug bestraft. Der Tessiner Verein, derzeit Zweiter der Challenge League, hat die Bestätigung, dass die Löhne für den Dezember sowie die Sozialversicherungsbeiträge für Oktober, November und Dezember bezahlt wurden, nicht eingereicht.

Bellinzona kann den Entscheid der Disziplinarkommission innerhalb von fünf Tagen an das Rekursgericht weiterziehen. Ein Rekurs hat aufschiebende Wirkung.

Die Chronik der Ereignisse

Seit Anfang März ist klar, dass bei der AC Bellinzona gravierende finanzielle Probleme vorliegen. Präsident Gabriele Giulini sprach bereits am 5. März von Zahlungsunfähigkeit. Seit Dezember haben weder Löhne noch Sozialabgaben gezahlt werden können. Rund eine Woche zuvor hatte die Lizenzadministration der Swiss Football League gegen Bellinzona Anzeige bei der Disziplinarkommission erstattet.

Anfangs dieser Woche wurde die geleistete Bankgarantie von 1,2 Millionen Franken zur Bezahlung der ausstehenden Löhne angezapft. (fbu/si)

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