Aktualisiert 07.06.2019 06:23

Generation Handysucht

Acht Anzeichen, dass du Handysüchtig bist

Vom Handy geht die grösste Suchtgefahr für Jugendliche aus. Das empfinden zumindest die 12- bis 16-Jährigen so.

von
M.Kafantari
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Eine Befragung durch das Blaue Kreuz bei mehr als 700 Schülern aus den Kantonen Bern, Solothurn und Freiburg hat ergeben, dass die Handy-Sucht unter den Jugendlichen am verbreitetesten ist.

Eine Befragung durch das Blaue Kreuz bei mehr als 700 Schülern aus den Kantonen Bern, Solothurn und Freiburg hat ergeben, dass die Handy-Sucht unter den Jugendlichen am verbreitetesten ist.

Ryanjlane
Die Befragung hatte als Ziel, herauszufinden was die 12- bis 16-Jjährigen als grösstes Suchtproblem ihrer Generation bezeichnen würden.

Die Befragung hatte als Ziel, herauszufinden was die 12- bis 16-Jjährigen als grösstes Suchtproblem ihrer Generation bezeichnen würden.

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Die 12- bis 16-Jährigen seien mit den Smartphones aufgewachsen. Sie würden schon früh ein Handy besitzen und seien in ihrem Alltag stets mit dieser Technologie und deren Möglichkeiten konfrontiert.

Die 12- bis 16-Jährigen seien mit den Smartphones aufgewachsen. Sie würden schon früh ein Handy besitzen und seien in ihrem Alltag stets mit dieser Technologie und deren Möglichkeiten konfrontiert.

Nemke

Eine Befragung bei über 750 Schülerinnen und Schülern aus dem Kanton Bern hat ergeben, dass Jugendliche die Handysucht als grösstes Suchtproblem ihrer Generation wahrnehmen. 71,9 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Smartphone-Sucht in ihrer Generation am meisten verbreitet ist. Für die Studie befragte das Blaue Kreuz Bern-Solothurn-Freiburg 12- bis 16-jährige Oberstufenschüler.

Gründe die Jugendliche in die Sucht treiben

Die Fachstelle für Suchtprävention zeigt sich wenig überrascht ob dem Resultat. Die 12- bis 16-Jährigen seien mit den Smartphones aufgewachsen, heisst es in einer Mitteilung. Sie würden schon früh ein Handy besitzen und seien in ihrem Alltag stets mit der Technologie und deren Möglichkeiten konfrontiert: «Die Hemmschwelle ist bei den Jugendlichen viel kleiner, wenn es um Smartphones geht», sagt der stellvertretende Stellenleiter vom Blauen Kreuz Bern-Solothurn-Freiburg, Markus Wildermuth.

Ausserdem sei die Impulskontrolle bei den Jugendlichen noch nicht da. Das Treffen von rationalen Entscheidungen falle den Jugendlichen schwerer und deswegen könnten sie mit der Smartphone-Nutzung kaum aufhören.

Die Zeichen

Markus Rinderknecht, Psychologe bei der Berner Gesundheit, hat regelmässig mit handysüchtigen Jugendlichen zu tun. Ihm zufolge gibt es eine Reihe von Verhaltensäuffälligkeiten, welche Handysüchtige an sich feststellen.

Das Smartphone kann nicht aus den Händen gelegt werden. Selbst die kurze Dauer einer Lektion, also 45 Minuten, wird ohne Handy für Betroffene zum Problem. Der Drang auf das Smartphone zu schauen, ist enorm.

Herz- und Kreislaufbeschwerden wie Bluthochdruck, Schwindelgefühle, Herzrasen und Atembeschwerden oder gar Panikattacken können die Folgen von Handysucht sein.

Suchtgefährdete können ohne Handy Angstzustände bekommen. Dies kann so weit gehen, dass Betroffene Depressionen entwickeln wegen ihrer Handysucht.

Statt zu essen hängen Süchtige lieber am Smartphone oder sie sind dermassen auf das Gerät fokussiert, dass sie die Nahrungsaufnahme vergessen. In Familien können Konfliktsituationen entstehen, wenn Kinder während dem Essen das Handy nicht benutzen dürfen und deshalb auf das Essen verzichten.

Weil sie nur noch am Handy hängen, vernachlässigen betroffene Menschen ihren Körper: Sie bewegen sich nicht mehr, machen keinen Sport. Die Folge kann Übergewicht sein. Auch die Körperhygiene kann darunter leiden.

Das Smartphone raubt den Betroffenen den Schlaf. Gerade im Bett ist die Versuchung gross, noch etwas zu surfen, ein Spiel zu spielen oder sich in den sozialen Medien zu tummeln.

Das Gerät bestimmt die sozialen Interessen der Betroffenen. Sie suchen sich Freunde oder Aktivitäten, die sich mit ihrer Handysucht vereinbaren lassen. Soziale Interaktion findet oftmals nur virtuell statt.

Die Handysucht kann auch aggressives Verhalten verursachen, etwa wenn Betroffene das Smartphone nicht benutzen können.

Hilfe holen

Wenn Personen fürchten Handysüchtig zu sein, sollten sie sich bewusst beobachten, so Rinderknecht: «Wichtig ist, wachsam zu sein und zu merken, wie oft ich das Handy in die Hand nehme.» Das sei ein erster Schritt. Dann sollten Betroffene versuchen, sich damit auseinanderzusetzen: «Dazu gehört etwa, zu versuchen, das Handy einmal einen Abend oder ein Wochenende lang nicht zu benutzen.» Sollten Betroffene merken, dass sie dazu alleine nicht im Stande sind, so sollten sie sich Hilfe holen, sei dies im persönlichen Umfeld oder bei Profis.

Habt ihr auch bereits Erfahrungen mit Handysüchtigen gemacht, wart oder seid ihr gar selber betroffen? Erzählt uns davon im Formular.

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