Fahndungserfolg: Acht Hooligans in U-Haft nach Basler Fan-Krawallen

Aktualisiert

FahndungserfolgAcht Hooligans in U-Haft nach Basler Fan-Krawallen

Die Staatsanwaltschaften beider Basel haben am Dienstag vier Schweizer festgenommen, die an den Krawallen nach dem Fussballspiel gegen den FC Zürich am 10. April beteiligt waren.

von
lha
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Die Baselbieter Polizei sprach nach den Ausschreitungen im April von einer neuen Dimension der Gewalt.

Die Baselbieter Polizei sprach nach den Ausschreitungen im April von einer neuen Dimension der Gewalt.

Screenshot Youtube
Auf der Eventplattform wurden die Polizisten angegriffen - neun wurden beim Einsatz insgesamt verletzt.

Auf der Eventplattform wurden die Polizisten angegriffen - neun wurden beim Einsatz insgesamt verletzt.

Screenshot Youtube
Die Ausschreitungen verlagerten sich weiter zum Joggeli-Parkplatz.

Die Ausschreitungen verlagerten sich weiter zum Joggeli-Parkplatz.

Leser-Reporter

Die Kriminalpolizei der Basler Staatsanwaltschaft hat drei weitere Tatverdächtige ermittelt, die an den gewalttätigen Ausschreitungen nach dem Heimspiel des FC Basel gegen den FC Zürich am 10. April beteiligt gewesen sein sollen. Am Dienstag wurden die drei Schweizer im Alter von 22, 25 und 29 Jahren festgenommen und in U-Haft gesetzt. Videoauswertungen und Ermittlungen hätten zum Fahndungserfolg geführt, so Peter Gill, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Wie die Behörde am Mittwoch mitteilte, werden sie nun dem Zwangsmassnahmengericht zugeführt.

Auch die Baselbieter Staatsanwaltschaft hat am Dienstag einen Hooligan verhaftet. «Gegen dem 18-jährigen Schweizer wird beim Zwangsmassnahmengericht Untersuchungshaft beantragt», teilt Thomas Lyssy, Sprecher der Behörde, auf Anfrage mit. Damit erhöht sich die Zahl der Festnahmen in Zusammenhang mit den Fan-Krawallen auf mittlerweile neun.

Öffentlichkeitsfahndung nicht ausgeschlossen

Nach den Krawallen, bei denen neun Polizisten verletzt wurden und ein Sachschaden von rund 200'000 Franken entstand, konnte die Polizei bereits fünf Hooligans festnehmen. Ein 21-jähriger Deutscher befindet sich seither in Untersuchungshaft. Für drei Schweizer im Alter von 19, 27 und 28 Jahren wurde vom Zwangsmassnahmengericht ebenfalls je acht Wochen Untersuchungshaft angeordnet. Ein 17-jähriger Schweizer wurde der Jugendanwaltschaft Baselland überstellt.

Die Chaoten-Fahndung bei den Behörden geht währenddessen weiter. «Eine Öffentlichkeitsfahndung können wir nicht ausschliessen», sagt Gill. «Wir suchen auch weiterhin nach Video- und Bildmaterial.»

Gummischrot-Opfer identifiziert

Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, wurde mittlerweile das Opfer eines Gummischrotgeschosses identifiziert und befragt. Der 27-Jährige wurde durch das Projektil schwer am Auge verletzt. Wie es dazu kam, sei nun Gegenstand der Ermittlungen. Ein Verfahren wegen Verdachts auf schwere Körperverletzung wurde ebenfalls eröffnet. Damit ist der Vorfall offiziell bestätigt, der bereits kurz nach den Krawallen bekannt wurde. Schwer getroffen hat es auch einen Basler Polizisten, der nachträglich mehrere Tage ins Spital musste, wie Gill auf Anfrage erklärte. Der Mann habe eine schwerere Verletzung am Rücken erlitten.

Kleinkind verletzt

Weiter wurde bekannt, dass bei den Tumulten auf der Eventplattform hinter der Muttenzerkurve ein Kleinkind verletzt wurde. Laut Staatsanwaltschaft wurde die Mutter des Kindes von einem Fan auf der Treppe angerempelt, so dass es die Treppe hinunterstürzte und leicht verletzt wurde.

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