Aktualisiert 03.12.2008 19:16

Basel

Acht Jahre für Tötungsversuch und Vergewaltigungen

Wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, mehrfacher Vergewaltigung, Freiheitsberaubung und weiteren Delikten hat das Basler Strafgericht einen 25-jährigen Afrikaner zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Der Angeklagte bestritt sämtliche Vorwürfe.

Das Gericht gelangte aufgrund der als glaubwürdig eingestuften Aussagen der Opfer zur Überzeugung, dass der Angeklagte eine 43- jährige Frau in deren Wohnung mehrmals vergewaltigt und eine 27- jährige Frau nach einem misslungenen Vergewaltigungsversuch in den Rhein geworfen hatte.

Beide Frauen haben als Zeuginnen vor Gericht ihre früheren Aussagen bestätigt. Beim ersten Opfer hat der Angeklagte im Frühling 2007 und Ende Juni 2008 gewohnt. Sie habe den Mann als Freier auf der Claramatte kennen gelernt und er sei dann einfach nicht mehr weggegangen, erzählte die ältere der beiden Frauen. Er habe sich als John aus Senegal vorgestellt.

Laut Aussagen der Frau kam es Ende Mai 2007 und Ende Juni 2008 zu massiven Misshandlungen. Der Angeklagte habe sie in der Wohnung eingeschlossen, mehrmals vergewaltigt sowie sexuell genötigt und sie dabei auch mit einem Messer bedroht, erzählte sie vor Gericht.

«Johnny aus Senegal» nannte sich auch der zunächst unbekannte Mann, der sich dem zweiten Opfer mitten in der Nacht vom 1. auf den 2. Juli 2008 am Rheinufer näherte. Die junge Frau wehrte sich gegen seinen Versuch, sie zu vergewaltigen, worauf er sie in den Rhein zerrte.

Glücklicherweise kann sie schwimmen, und es gelang ihr, eine Leiter zu erwischen. In einer Konfrontation vor Gericht identifizierte sie den Angeklagten als Täter.

Alle Vorwürfe zuückgewiesen

Die Schilderungen des Angeklagten, der alle Vorwürfe zurückwies, taxierte das Gericht als unglaubwürdig. Das Strafmass von acht Jahren liegt nur wenig unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte zehn Jahre gefordert.

Bei Freiheitsstrafen in zweistelliger Höhe bewege man sich im Bereich von vollendeten Tötungsdelikten, begründete der Präsident die Reduktion. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

Der Angeklagte stammt gemäss eigenen Angaben aus dem Senegal und hielt sich während mehreren Jahren in Italien auf. Vor Gericht äusserte er sich in gutem Italienisch. Zwischen Ende Mai 2007 und Ende Juni 2008 befand er sich in Ausschaffungshaft. Er habe sein Land verlassen, um sein Glück zu suchen, sagte er. Über Papiere verfüge er nicht. (sda)

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